Hendricks und Nahles gespannt auf Synode

Auch Mitglieder der Bundesregierung haben ihre Erwartungen an die Familiensynode geäußert: Während Arbeitsministerin Nahles (SPD) hofft, dass Dinge zumindest offen angesprochen werden, fordert Umweltministerin Hendricks (SPD) konkrete Entscheidungen.

Familiensynode | Berlin - 01.10.2015

Auch Mitglieder der Bundesregierung haben besondere Erwartungen an die am Sonntag beginnende Familiensynode im Vatikan. Als Katholikin freue sie sich, dass "die Kirche sich auf den Weg gemacht habe, offen die Lebenswirklichkeit vieler Gläubigen anzunehmen, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Sie sei sehr gespannt.

Zugleich betonte sie, dass sie aus Rom keine "endgültigen Entscheidungen" erwarte. Für sie sei es aber entscheidend, dass manche Dinge offen angesprochen und wirklich ausgesprochen würden. "Denn der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, ist der erste nötige Schritt, Probleme anzugehen und letztendlich auch zu lösen", so die Ministerin.

Dagegen dringt die ebenfalls katholische Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf Entscheidungen. "Wir brauchen dringend ein Signal, dass die katholische Kirche sich der Lebenswirklichkeit der Menschen öffnet", so Hendricks auf Anfrage. Die Kirche müsse anerkennen, dass die Menschen heute auf verschiedenen Wegen nach einer Partnerschaft in Liebe und Vertrauen suchen, so die Ministerin, die selbst mit einer Frau zusammenlebt.

Hendricks: "Zu scheitern ist keine Sünde"

Weiter betonte sie, die Kirche müsse sehen, dass es menschlich sei, wenn diese Suche scheitere: "Wir brauchen mehr Barmherzigkeit. Zu scheitern ist keine Sünde." Hendricks ist auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dem höchsten repräsentativen Gremium des deutschen Laien-Katholizismus.

Die Bischofssynode tagt ab Sonntag und bis zum 25. Oktober unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute". Teilnehmen werden rund 300 Bischöfe und weitere 120 Experten aus aller Welt. Zu den besonders umstrittenen Themen gehören etwa die kirchliche Haltung zur Sexualität, gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder der seelsorgliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Im Vorfeld gab es dazu heftige Kontroversen zwischen liberalen und konservativen Gruppen. (KNA)

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