Hilfswerk missio unterstützt Protest gegen Duterte

Zwischen der Kirche auf den Philippinen und Präsident Rodrigo Duterte gibt es schon lange Spannungen wegen dessen Drogenkrieg. Jetzt schaltet sich auch das deutsche Hilfswerk missio ein.

Philippinen | München - 07.12.2017

Das katholische Missionswerk missio München ruft zum Tag der Menschenrechte (10. Dezember) zur Unterstützung der Proteste gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte auf. Dutertes Anti-Drogen-Krieg sei "zutiefst menschenverachtend und grausam", erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber am Donnerstag. Immer mehr Frauen und Männer, auch viele der Projektpartner von missio, protestierten friedlich für Gerechtigkeit und gegen das Morden. "Gerade als Vertreter der Kirche müssen wir diesen mutigen Menschen beistehen."

Nach Angaben des philippinischen missio-Partners Bruder Jaazeal Jakosalem sind die Konsequenzen für die Familien der ermordeten mutmaßlichen Drogenkriminellen besonders schrecklich. "Sie sind traumatisiert und stehen meist auch finanziell vor dem Nichts." Mit verschiedenen Betreuungs- und Berufsbildungsprojekten stehen Bruder Jaazeal und sein Team den Angehörigen zur Seite.

Mit finanzieller Unterstützung von missio hat die philippinische Dokumentarfilmerin Ditsi Carolino einen kurzen Aufklärungsfilm über die außergerichtlichen Tötungen im Anti-Drogen-Krieg gedreht. Das knapp 13-minütige Video ist auf dem Youtube-Kanal von missio München zu sehen.

Das Verhältnis zwischen Duterte und der katholischen Kirche ist angespannt. Die Bischöfe der Philippinen haben zuletzt zum Widerstand gegen den "Drogenkrieg" des Präsidenten aufgerufen. "Wenn wir dem Töten von mutmaßlichen Drogenabhängigen zustimmen oder dies zulassen, sind wir mitverantwortlich für ihren Tod", hieß es in einem Hirtenbrief der Bischofskonferenz. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken.Duterte selbst reagiert regelmäßig mit Beschimpfungen. So bezeichnete er die Bischöfe und Priester als "Hurensöhne", warf ihnen vor, sich "Mätressen" zu halten und kündigte sogar an, seine eigene "Duterte-Kirche" gründen zu wollen. (bod/KNA)

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