Huonder zeigt Priester wegen Missbrauchsverdacht an

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat bei der Bündner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Administrator einer seiner Pfarreien eingereicht. Es soll allerdings nicht um Kindesmissbrauch gehen.

Schweiz | Chur - 23.05.2018

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat gegen den Administrator der Pfarrei Tujetsch Anzeige erstattet. Grund sei eine "mutmaßlich strafbare Handlung gegen die sexuelle Integrität einer erwachsenen Person", teilt das Schweizer Bistum Chur am Mittwoch auf seiner Website mit.

Nach einem entsprechenden Hinweis habe der Bischof bei der Bündner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Pfarradministrator eingereicht. Dies habe zur Verhaftung der betroffenen Person geführt, hieß es in der Mitteilung. Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, nehme das Bistum dazu nicht weiter Stellung. Der Schweizer "Tages Anzeiger" berichtet unter Berufung auf "informelle Quellen", dass es sich bei dem möglichen Opfer um eine erwachsene Frau handelt, die sich beim Bischof gemeldet habe, weil sie von dem Priester belästigt worden sei.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden bestätigte gegenüber dem Portal kath.ch den Eingang der Anzeige sowie die entsprechenden Vorwürfe. Der Priester befinde sich seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. Diese könne maximal drei Monate dauern. "Es ist aber denkbar, dass der Beschuldigte vor Ablauf der drei Monate entlassen wird, wenn der Haftgrund weggefallen ist", so die Staatsanwaltschaft. Für den Verhafteten gelte die Unschuldsvermutung, mehr werde derzeit nicht kommuniziert. Wie das "Bündner Tagblatt" berichtete, fallen in den betroffenen Gemeinden derweil die Gottesdienste unter der Woche aus. (bod/KNA)

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