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"Ich vertrete den Glauben"

Der neue Passauer katholische Bischof Stefan Oster hat die traditionelle Position zu katholischen Reizthemen bekräftigt. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" (Samstag) sprach sich Oster gegen die Weihe von Frauen, die Abschaffung des Zölibats und eine generelle Freigabe der Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene aus.

Bistum Passau | Passau - 28.06.2014

Der neue Passauer katholische Bischof Stefan Oster hat die traditionelle Position zu katholischen Reizthemen bekräftigt. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" (Samstag) sprach sich Oster gegen die Weihe von Frauen, die Abschaffung des Zölibats und eine generelle Freigabe der Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene aus.

Er habe sehr feierlich versprochen, den Glauben der Kirche zu vertreten, sagte der einstige Benediktbeurer Dogmatikprofessor. "Und nur weil einer als nett empfunden wird, ist es noch nicht so, dass er den Glauben der Kirche auf den Kopf stellt." Der Bischof bekannte sich auch zur geltenden katholischen Sexualmoral. "Bloß weil eine glaubensloser werdende Welt anders denkt", müssten nicht die kirchlichen Normen zum menschlichen Zusammenleben geändert werden.

Zum Zölibat sagte er, es liege ein tieferer Sinn darin, dass Priester die Lebensweise Jesu nachahme. Dürften Geistliche heiraten, so ginge etwas verloren "von einem Charisma, das Gott schenkt – und priesterliche Existenz würde verbürgerlicht". Gleichzeitig stellte Oster jedoch klar, dass er den Zölibat nicht als Dogma betrachte.

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Salesianer-Pater Stefan Oster als neuer Bischof von Passau vorgestellt
 Vanessa Biermann

Oster würdigt Caritas

Innerhalb der Kirche hat der Salesianer-Pater gerade bei heiklen Themen den Eindruck, "dass wir nicht besonders gut sind im Erklären". Sonst gäbe es mehr Menschen, die positiv darstellen könnten, was die Kirche "zu den Knackpunkten sagt".

Seine eigene Gesprächshaltung beschrieb der Bischof mit den Worten: "Ich will erklären und mit den Menschen lernen, ein wenig tiefer zu blicken." Wenn aber jahrzehntelang und über Generationen hinweg der Glaube verdunstet sei, brauche es dazu einen langen Atem. In dem Interview beschreibt der 49-Jährige auch seinen Lebensweg und seine Bekehrung: "Ich habe es selber am eigenen Leib erlebt, dass die Begegnung, die Berührung mit dem Herrn mein Leben dramatisch verändert."

Nachdrücklich würdigte Oster die Arbeit der Caritas . Der katholische Wohlfahrtsverband sei gut aufgestellt. In fast allen Bereichen arbeite er auch mit Randgruppen. Deshalb gebe es "keine Kirche weltweit, die so sehr an den Rändern ist, wie die katholische Kirche in Deutschland". Leider werde die Caritas nicht automatisch als Dienst der Kirche wahrgenommen. Sorgen mache er sich auch darum, "warum man heute bei der Caritas arbeiten kann, ohne den Glauben der Kirche zu teilen".

Reformationsgesegendenken als Chance

Das Reformationsgedenken im Jahr 2017 bezeichnete er als Chance für die Ökumene. "Christus hat nur eine Kirche gegründet, die er seine Braut nennt, er ist monogam und nicht polygam", sagte Oster. Deshalb gehörten alle zusammen, die sich zu ihm bekennen. Er übte jedoch auch Kiritk an der anderen Konfession: Sorge mache ihm "der nicht selten wahrzunehmende Versuch von evangelischen Christen, zu sagen, wer sie sind, indem sie sagen, wer sie nicht sind. Sie beschreiben ihre Identität dann nicht selten in negativer Abgrenzung zum Katholizismus", so Oster gegenüber der Zeitung. (gho/KNA)

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