Jesus will, dass wir ihm direkt begegnen

Für den Benediktinerpater Josef Maria Böge ist klar: Er möchte Jesus sehen und sich von ihm berühren lassen. Er ist sich aber auch sicher, das Jesus genau dasselbe will. Das zeige das Evangelium vom Sonntag.

Ausgelegt! | Bonn - 14.04.2018

Pater Josef Maria Böge

Impuls von Pater Josef Maria Böge

Jesus mit eigenen Augen sehen und ihn berühren – das wäre toll. Das leere Grab des Ostermorgens ist noch keine Auferstehungsbotschaft. Erst die persönliche Begegnung mit ihrem auferstandenen Herrn und sein aufrüttelndes Wort öffnen den Jüngern die Augen und verwandeln ihr Leben. Sie, die nach Jesu Tod verzweifelt und voller Angst sind, erleben die Gegenwart Jesu und die Berührung seiner Wundmale berührt auch ihr Herz. Die Begegnung mit Jesus erfüllt sie mit Freude. Aus den verunsicherten und ängstlichen Männern werden mutige Zeugen der Auferstehung.

Geht es uns nicht ähnlich? Möchten nicht auch wir Jesus direkt begegnen, ihn sehen und uns von ihm berühren lassen? Fragen wir uns nicht manchmal wie das möglich ist, wie wir eine Erfahrung mit ihm machen können? Der Bibelabschnitt des heutigen Sonntags zeigt uns: Jesus selbst wendet sich uns zu, er will, dass wir ihn verstehen, ihm unser Herz öffnen und in einer Gemeinschaft mit ihm leben, die auch der Tod nicht zerstören kann. Der Herr wendet sich uns mit Beharrlichkeit zu. Es ist sein Herzenswunsch, dass wir ihn als den Heiland der Welt erkennen und uns ihm anvertrauen.

Jesus lebt, leidet und stirbt für uns Menschen. Sein Tod besiegt den Tod. Seine Auferstehung schenkt uns das wirkliche Leben. Tod und Auferstehung Jesu sind der Neubeginn der Geschichte Gottes mit den Menschen. Sein großes Geschenk an uns ist die Vergebung unserer Schuld. Er lädt uns ein, dass wir zu ihm kommen, ihm voller Reue unsere Schuld bekennen und – er vergibt sie! Ein unglaubliches Handeln Gottes, denn so schenkt er uns wahres Leben – einen echten persönlichen Neuanfang.

Auch wenn wir uns wieder von ihm entfernen – immer sind wir zur Umkehr zu Gott eingeladen. Er ist treu und wartet auf uns. Wie der barmherzige Vater im Gleichnis vergisst er uns nie und erwartet voller Sehnsucht unsere Rückkehr.

Schauen wir dankbar auf diese große Gabe Gottes. Nehmen wir seine Einladung an und wenden uns dem Herrn von neuem mit ganzem Herzen zu. Richten wir unser Leben an seinem Wort und seinem Handeln aus und werden ihm so immer ähnlicher. Jesus selbst schenkt uns seine Gnade – die Kraft, die uns hilft auf seinen Wegen zu gehen und nach den Geboten zu leben. So können wir Tag für Tag unseres Lebens voranschreiten – auf Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen zu, der allein die Sehnsucht unseres Lebens stillt.

Von P. Josef Maria Böge OSB

Evangelium nach Lukas (Lk 24, 35-48)

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.

Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?

Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.

Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Der Autor

P. Josef Maria Böge OSB ist Benediktinermönch in der Abtei Plankstetten.

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