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Keine Hinweise auf weitere Straftaten

Die Berliner Staatsanwaltschaft rollt den Missbrauchsfall eines Mädchens aus dem Bistum Hildesheim nicht wieder auf. Nach der erneuten Prüfung des Sachverhalts hätten sich laut Oberstaatsanwalt keine Hinweise auf weitere Straftaten ergeben.

Missbrauch | Berlin/Hannover - 06.01.2016

Die Berliner Staatsanwaltschaft rollt den Missbrauchsfall eines Mädchens aus dem Bistum Hildesheim nicht wieder auf. Nach der erneuten Prüfung des Sachverhalts hätten sich keine Hinweise auf weitere Straftaten ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Martin Steltner am Dienstag dem Norddeutschen Rundfunk in Hannover. Neue Ermittlungen gegen den katholischen Priester seien damit ausgeschlossen.

In einem Fernsehbeitrag hatte der Geistliche im vergangenen November eingeräumt, im Jahr 2006 in seiner Berliner Wohnung das ihm bekannte und damals elfjährige Mädchen aus Hildesheim sexuell bedrängt zu haben. Im März 2010 wandte sich das Mädchen an das Bistum Hildesheim und berichtete von dem Vorfall. Die Bistumsverantwortlichen sahen damals keine Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch.

Erst im November 2010 gaben erneute Schilderungen des Mädchens nach Einschätzung des Bistums eindeutige Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch. Das Bistum schaltete daraufhin die Staatsanwaltschaft ein. Diese stellte 2011 die Ermittlungen gegen die Zahlung einer Geldauflage an den Täter ein. Steltner warf in der TV-Dokumentation dem Bistum vor, die zentrale Rolle des Priesters bei den Missbrauchs-Fällen in den 70er und 80er Jahren am Berliner Canisius-Kolleg verschwiegen zu haben.

Nach anhaltender Kritik am Vorgehen des Bistums räumte dessen Bischof Norbert Trelle in dem Fall nachträglich Fehler in der Vorgehensweise ein. Zugleich wies er den Vorwurf des Vertuschens zurück und sprach sich dafür aus, dass die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen wieder aufnehmen solle. (KNA)

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