Kinderschutz: Papst-Uni will mehr kulturellen Austausch

Die Kirche ist nicht überall auf der Welt auf dem gleichen Stand, wenn es um das Thema Missbrauchsprävention geht. Die Päpstliche Universität Gregoriana erklärt nun, wie sie das ändern möchte.

Missbrauch | Rom - 22.06.2018

Im Kampf gegen Kindesmissbrauch setzt die Päpstliche Universität Gregoriana auch auf kulturellen Austausch. Schlüssel für einen dauerhaften Wandel sei das Wissen, wo kulturelle Unterschiede den Kinderschutz fördern und wo sie ihn hindern könnten, teilte das an der Papst-Uni angesiedelte Kinderschutzzentrum in Rom mit. Am Donnerstagabend endete dort eine einwöchige internationale Konferenz zum Einfluss kultureller Unterschiede im Kampf gegen Missbrauch.

Der deutsche Psychologe und Jesuit Hans Zollner betonte, die Kirche müsse sich den Einfluss des digitalen Wandels auf den Kinderschutz bewusst machen: "Die vom Internet geschaffene 'Kultur' beeinflusst das Leben fast eines jeden Menschen auf dem Planeten", so Zollner, der das Kinderschutzzentrum leitet. Wirksamer Kinderschutz sei nur durch eine Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien möglich.

Der Zuständige für Kinderschutz der australischen Kirche, Herz-Jesu-Missionar Tim Brennnan, hatte den Vorsitz der Konferenz, an der rund 80 Abgeordnete von Bischofskonferenzen und Orden teilnahmen. Er mahnte, stets miteinander und voneinander zu lernen, um Missbrauchsopfern "besser und sensibler" antworten zu können und "Kinder, junge Leute und verletzliche Erwachsene vor Missbrauch in unseren Kirchengemeinden zu schützen".

"Kinder und verletzliche Menschen auf jede erdenkliche Art schützen"

Der Vorsitzende der Australischen Bischofskonferenz, Mark B. Coleridge, erklärte: "Es geht darum, Kinder und verletzliche Menschen auf jede erdenkliche Art zu schützen, was einen kulturellen Wandel in der Kirche erfordert." Dies sei eine große Herausforderung, zu der die Kinderschutz-Konferenz auch viel durch den Austausch von Praxiserfahrungen beitrage.

Der Jesuit Zollner hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Kindesmissbrauch zwar nicht mehr nur als "westliches Problem" abgetan würde. Allerdings sei sexuelle Gewalt in vielen Kulturen noch immer ein großes Tabuthema. Im französischsprachigen Westafrika, in einigen Ländern Asiens, in Ozeanien und in Zentralamerika sei mit Blick auf die Strukturen zur Verhinderung und Aufklärung von Missbrauchsfällen noch viel zu tun, so der Kindeschutz-Experte damals im Gespräch mit katholisch.de

Die jährlich an ein englischsprachiges Publikum gerichtete Kinderschutz-Konferenz wurde zum 15. Mal an der Gregoriana in Rom veranstaltet. Das Kinderschutzzentrum organisierte die Veranstaltung dieses Jahr gemeinsam mit der australischen Bischofskonferenz und der Bischofskonferenz von Papua-Neuguinea und den Salomonen. (bod/KNA)

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