Kirche: Missbrauchsopfer nicht unter Druck gesetzt

"Entweder geben wir uns mit 20.000 Euro zufrieden oder wir bekommen halt nichts", zitiert "Report Mainz" ein Missbrauchsopfer. Das Erzbistum Freiburg widerspricht den Darstellungen des ARD-Magazins.

Missbrauch | Mainz/Freiburg - 26.04.2016

Das Erzbistum Freiburg wendet sich gegen den Vorwurf des ARD-Magazins "Report Mainz", Missbrauchsopfer bei Verhandlungen über Entschädigungszahlungen unter Druck gesetzt zu haben. Bei den Gesprächen mit Missbrauchsopfern aus dem südbadischen Ort Oberharmersbach habe es keine Drohungen oder vergleichbare Äußerungen gegeben, sagte ein Bistumssprecher am Dienstag auf Anfrage.

"Report Mainz" zitiert einen Betroffenen mit den Worten: "Es hieß damals, entweder geben wir uns mit 20.000 Euro zufrieden oder wir bekommen halt nichts." Ein anderer Mann warf der Kirche laut "Report" vor, ihn nach der Geldzahlung im Stich gelassen zu haben.

Bistum: Nach wie vor mit Opfern im Gespräch

Das Bistum betonte, nach wie vor mit Opfern im Gespräch zu sein. Therapiekosten seien erstattet worden. Als Anerkennungszahlung für erlittenes Leid habe die Erzdiözese in 101 Fällen 911.000 Euro an die Opfer gezahlt. Damit liege man über den Empfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz von 5.000 Euro.

Im baden-württembergischen Oberharmersbach hatte ein katholischer Pfarrer von 1968 bis 1991 mindestens 22 Kinder und Jugendliche zum Teil jahrelang missbraucht. Die Fälle waren 2010 öffentlich geworden. Der "Report"-Beitrag wird an diesem Dienstagabend ab 21.45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. (KNA)

Linktipp: Missbrauch

Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.

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