Kirche zahlt Millionen an missbrauchte Kinder

Die katholische Kirche in Australien hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet rund 190 Millionen Euro an Opfer von sexuellem Missbrauch gezahlt. Bislang hätten sich mehr als 4.000 Opfer gemeldet.

Australien | Sydney - 16.02.2017

Die katholische Kirche in Australien hat in den vergangenen Jahrzehnten umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro an Tausende Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche gezahlt. Im Durchschnitt bekam jedes Opfer 91.000 australische Dollar (etwa 66.000 Euro) - meist allerdings mit vielen Jahren Verspätung. Dies wurde am Donnerstag bei Beratungen einer offiziellen Untersuchungskommission bekannt, die die Missbrauchsvorwürfe aufarbeiten soll.

Insgesamt zahlte die Kirche seit 1980 etwa 276 Millionen australische Dollar aus - als Entschädigung, aber auch für ärztliche Behandlungen und Anwaltskosten. 4.445 Frauen und Männer haben bislang gemeldet, dass sie als Kinder von katholischen Geistlichen missbraucht wurden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher. In mehr als 3.000 Fällen wurde Geld überwiesen. Mehrere hundert Fälle sind aber noch offen.

Die Königliche Kommission wurde 2013 eingesetzt, um die Missbrauchsvorwürfe aufzuarbeiten. Nach ihren Zahlen wurden zwischen 1950 und 2015 in mehr als tausend katholischen Einrichtungen wie Kirchen, Heimen oder Internaten Kinder sexuell missbraucht. Im Durchschnitt waren die Mädchen und Jungen zum Zeitpunkt der Taten nicht einmal zwölf Jahre alt. Die Kommission beschäftigt sich aber auch mit Fällen, die außerhalb der katholischen Kirche bekannt wurden. (dpa)

Themenseite: Missbrauch

Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.

Zur Themenseite

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017