Kirchen warnen: Wer so denkt, versündigt sich

Im Angesicht des Terrors vergisst mancher den Blick auf das Gute, sagt Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen will sich damit nicht abfinden.

Umwelt | Vatikanstadt - 30.08.2017

Die katholische Kirche in Deutschland hat zu einem stärkeren Engagement für die Bewahrung der Schöpfung aufgerufen und eine generationenübergreifende Verantwortung angemahnt. "Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen. Deshalb brauchen wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtut", erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, am Mittwoch in Bonn.

Die katholische Kirche begeht an diesem Freitag zum dritten Mal den von Papst Franziskus ausgerufenen weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung. Er fällt mit dem bereits in Deutschland traditionellen Ökumenischen Tag der Schöpfung zusammen, der von der ACK organisiert wird.

Wollen zum Weltgebetstag der Schöpfung eine gemeinsame Botschaft veröffentlichen: Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I.
 dpa

Wiesemann forderte die Christen auf, sich an diesem Schöpfungstag zu engagieren und sich durch Gebet, Gottesdienst und Veranstaltungen an die eigene Verantwortung erinnern zu lassen. "In einer mehr und mehr globalisierten Welt, die von Terror und Angst heimgesucht wird, vergessen wir manchmal den dankbaren Blick auf Gottes gute Schöpfung."

Papst und Patriarch veröffentlichen gemeinsame Botschaft

Papst Franziskus rufe angesichts der ökologischen Krise unermüdlich zur Umkehr auf. "In der Enzyklika 'Laudato si' macht der Papst Handlungsvorschläge, die wir mutig in unseren Gemeinden, aber auch auf der überregionalen Ebene aufgreifen sollten. Klimapolitik, gerechte Ressourcenverwendung und eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser für jeden sind nur einige von konkreten Forderungen, denen wir uns verpflichtet fühlen sollten", betonte Wiesemann.

Der Papst selbst ermahnte die Menschen am Mittwoch, "ein respektvolles und verantwortungsvolles Verhalten gegenüber der Schöpfung einzunehmen". Auch im Namen des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., auf dessen Anregung der Gebetstag entstanden ist, rufe man "weiter alle, die in besonderer Verantwortung stehen, dazu auf, den Schrei der Erde zu hören und den Schrei der Armen, die besonders unter ökologischen Ungleichgewichten leiden", so der Papst während seiner wöchentlichen Generalaudienz. Für den kommenden Freitag kündigte Franziskus zudem eine Botschaft an, die er gemeinsam mit Patriarch Bartholomaios I. verfasst habe. (bod/KNA)

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