Kirchentag: Orthodoxe Christen wurden eingeladen

Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat dem Eindruck widersprochen, die griechisch-orthodoxe Kirche sei bei dem Christentreffen nicht erwünscht. Kirchentagspräsident Barner betonte, alle Vertreter der orthodoxen Bischofskonferenz seien eingeladen worden.

Ökumene | Stuttgart - 03.06.2015

Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) hat dem Eindruck widersprochen, die griechisch-orthodoxe Kirche sei bei dem Christentreffen nicht erwünscht. Kirchentagspräsident Andreas Barner sprach am Mittwoch in Stuttgart von "traditionell guten Beziehungen" und betonte, alle Vertreter der orthodoxen Bischofskonferenz seien eingeladen worden.

Bei Gottesdiensten repräsentierten aber bewusst Vertreter aus Syrien und Ägypten die Kirchen des Ostens. Da das Thema Flüchtlinge derzeit wichtig sei, könne mit der Einladung von Vertretern aus Krisengebieten ein Zeichen gesetzt werden, so Barner.

Die griechisch-orthodoxen Christen stellen mit rund 450.000 Mitgliedern die nach der katholischen und der evangelischen Kirche drittgrößte christliche Gemeinschaft in der Bundesrepublik. Üblicherweise sind sie auf Kirchen- und Katholikentagen deutlich stärker präsent als beim jetzigen DEKT in Stuttgart. Dem Vernehmen nach ist die griechisch-orthodoxe Metropolie über das Verhalten des Kirchentages sehr verärgert.

Christentreffen will Kirche und Gesellschaft Impulse geben

Der am Mittwochabend beginnende DEKT will der Kirche und der Gesellschaft Impulse geben. Religiöse, soziale und politische Dialoge erwartet DEKT-Generalsekretärin Ellen Ueberschär von dem Christentreffen. Es gehe um "intelligente Lösungen für zahlreiche Dilemmata der gegenwärtigen Weltlage", sagte sie vor Journalisten in Stuttgart.

Angemeldet sind laut Ueberschär bislang zwölf Resolutionen etwa zu Wirtschaft, Umwelt und Frieden. Sie gelten als verabschiedet, wenn bei einer Veranstaltung mindestens 500 Teilnehmer sind und die Mehrheit dem vorgelegten Text zustimmt.

Klug ist, wer zum Beispiel mit dem VfB seinen Spaß und mit Gott seine Freude hat.

Landesbischof Frank Otfried July unter Anspielung auf das Motto des Treffens "damit wir klug werden".

Der gastgebende württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July betonte, Themen wie Flüchtlingshilfe, das interreligiöse Gespräch und Religionsfreiheit weltweit hätten in der Landeskirche "einen besonderen Resonanzraum". Es entspreche "württembergischen Weite", dass es bei dem Kirchentag erstmals zur Kooperation mit dem evangelikalen Christustag kommt.

Kirchentagspräsident Andreas Barner brachte seine Hoffnung auf einen "Dreiklang" zum Ausdruck, der aus Klugheit, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft bestehe. "Die Wirtschaft, die wir brauchen, und die Gesellschaft, die wir wollen, müssen aufeinander zugehen", so Barner Der Kirchentag bleibe die "evangelische Zeitansage". (luk/KNA)

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