Köln erwartet Kirchensteuer-Plus

Das Erzbistum Köln rechnet für 2015 im fünften Jahr in Folge mit einen Anstieg der Kirchensteuereinnahmen. Wie Finanzchef Herrmann Josef Schon am Donnerstag erklärte, bedeutet das aber nicht, dass auch die reale Finanzkraft der Diözese steigt.

Finanzen | Köln - 03.12.2015

Das Erzbistum Köln erwartet für dieses Jahr erneut einen Anstieg der Kirchensteuereinnahmen. Der Vorjahresbetrag von rund 589 Millionen Euro werde um etwa 2,5 bis 3 Prozent steigen, sagte Finanzchef Herrmann Josef Schon am Donnerstag vor Journalisten in Köln.

Damit verzeichne die Diözese im fünften Jahr in Folge ein Plus, was es noch nie gegeben habe. Trotz des nominalen Zuwachses nehme aber die reale Finanzkraft aufgrund steigender Kosten nicht zu.

Ab den 2020er Jahren rechne die Diözese auf der Basis wissenschaftlicher Prognosen aber wieder mit einem negativen Trend bei der Entwicklung der Kirchensteuer, erläuterten Schon und der Leiter der Stabsabteilung Controlling, Martin Günnewig. Nach derzeitigen Prognosen gingen die Kirchensteuereinnahmen auf 490 Millionen Euro im Jahr 2030 zurück. Darauf stelle sich die Erzdiözese durch die Bildung einer Ausgleichsrücklage ein, um nicht in Panik Strukturen abbauen zu müssen und in Ruhe Anpassungen vornehmen zu können. Die Rücklage beträgt derzeit laut Angaben 620 Millionen Euro.

Das Erzbistum Köln rechnet für 2015 mit höheren Kirchensteuereinnahmen.
 KNA

In der Prognose sei eine Austrittsquote entsprechend dem derzeitigen Stand von jährlich rund 0,52 Prozent berücksichtigt. Noch stärker schlage sich aber die demografische Entwicklung nieder, wenn die Generation der Babyboomer in den Ruhestand trete. Im Jahr 2030 werde nach den vorläufigen Vorausberechnungen die Zahl der Katholiken von rund zwei Millionen im Jahr 2014 um 19 Prozent auf dann 1,64 Millionen sinken.

Positiv wirken sich nach den Angaben die Wanderungsbewegungen aus, die indes schwer zu kalkulieren seien. So zögen Katholiken aus dem Ausland, aber auch aus dem Bundesgebiet in das überwiegend urban geprägte Erzbistum. Es profitiere aber auch von Umzügen innerhalb von Nordrhein-Westfalen, etwa aus dem Ruhrgebiet oder dem Sauerland.

Brutto-Kirchensteuer steigt

Das Erzbistum erwartet auch ein Plus bei der Brutto-Kirchensteuer, die auch anderen Diözesen zustehende Einnahmen umfasst. Dabei handelt es sich um die Kirchensteuer von Katholiken, die auf dem Gebiet der Erzdiözese arbeiten, aber woanders wohnen. Die Brutto-Kirchensteuer werde 2015 rund 800 Millionen Euro betragen, etwa 5 Prozent mehr als im Vorjahr. (KNA)

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