Kritik und Kontroversen

Kritik an den Vorgaben des Präsidiums und sachliche Kontroversen über den Kurs der Veranstaltung kennzeichneten die ersten beiden Tage der Vollversammlung der Trierer Bistumssynode. Bereits am Mittwochabend hatte die Synode überraschend einem Antrag junger Synodalen zugestimmt, den Leitantrag zu den Herausforderungen der Gegenwart nicht als verbindliches Dokument zu verabschieden.

Synode | Trier - 02.05.2014

Kritik an den Vorgaben des Präsidiums und sachliche Kontroversen über den Kurs der Veranstaltung kennzeichneten die ersten beiden Tage der Vollversammlung der Trierer Bistumssynode. Bereits am Mittwochabend hatte die Synode überraschend einem Antrag junger Synodalen zugestimmt, den Leitantrag zu den Herausforderungen der Gegenwart nicht als verbindliches Dokument zu verabschieden.

Die Ergebnisse der Vorbereitungskommission zu den "Zeichen der Zeit" - darunter gesellschaftliche Entwicklungen wie Individualisierung, Pluralisierung, Ökonomisierung und demografischer Wandel - wurden lediglich als "Ergebnispapier" zur Kenntnis genommen.

Am Donnerstag debattierten die Synodalen streckenweise kontrovers über die von Bischof Stephan Ackermann vorgeschlagenen neun Sachthemen, zu denen die Synode bis Ende 2015 beraten soll. Dazu zählen das missionarische und diakonische Wirken der Kirche, die Zukunft der Pfarreien und der Gemeindegremien, die Gestaltung der Sonntage, die Entwicklung der Frömmigkeit und die unterschiedlichen Begabungen und Rollen von Männern und Frauen. Einige Synodale kritisierten, dass es an klaren Problembeschreibungen und Zukunftsentwürfen für die Kirche von morgen fehle. Andere bemängelten eine zu sehr kircheninterne und theoretische Sprache, die Außenstehende kaum verstehen könnten.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann
 KNA

Ackermann: Keine fertige Zukunftsvision

Bischof Ackermann erklärte, dass er der Synode keine fertige Zukunftsvision für die Kirche des 21. Jahrhunderts vorgeben könne oder wolle. Es gebe allenfalls "Mosaiksteine und Grundlinien" eines künftigen Kirchenbildes. Er erwarte auch nicht, dass die Synode zu einem einheitlichen Kirchenbild finden werde. Wenn es dazu käme, würde er das als "ein Wunder" betrachten. Zugleich rief der Bischof die Synodalen auf, offen und unvoreingenommen über unterschiedliche Zukunftsideen miteinander ins Gespräch zu kommen. Sicherlich werde es eine "Vergemeinschaftung von Optionen und Perspektiven" geben müssen, ansonsten werde es "disparat" bleiben, so Ackermann.

Am Donnerstagnachmittag diskutierten die Synodalen die neun Themenbereiche in Kleingruppen und präsentierten die Ergebnisse in Sketchen und anderen oft humorvollen Formen. Ein Antrag, diese kreative Phase zu überspringen und frühzeitig in die Bildung von Sachkommissionen einzutreten, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Eine der Kleingruppen schlug vor, die bestehenden Pfarrei- und Dekanatsstrukturen komplett aufzulösen und das kirchliche Wirken mit allen Getauften um "Orte des Glaubens" herum völlig neu zu organisieren.

Mit großer Mehrheit stimmte die Vollversammlung außerdem einem Antrag zu, wonach "Inklusion" ein "Querschnittsthema" der Synode sein, dass in "allen Sachkommissionen mitbedacht werden" solle. Die Einrichtung der Kommissionen steht am Freitag auf dem Programm. (bod/KNA)

Informationen

Die Vollversammlung in Trier endet am 3. Mai. Das nächste Treffen soll vom 2. bis 4. Oktober in Saarbrücken stattfinden. Weitere Informationen zur Diözesansynode sind unter www.synode.bistum-trier.de zu finden.

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2018