Kritik von Polizei an Katholikentags-Werbeplakat

Das Plakat zum Katholikentag in Münster zeigt eine Protestaktion gegen Polizisten im US-amerikanischen Baton Rouge. Doch in deutschen Polizeikreisen fürchtet man eine Verwechslungsgefahr.

Katholikentag | Münste - 08.03.2018

Ein Werbeplakat für den Deutschen Katholikentag in Münster ist in Polizeikreisen auf Kritik gestoßen. Es könne leicht zu Missverständnissen führen, erklärte der Vorsitzende des ökumenischen Polizeiseelsorgebeirats im Bistum Speyer und in der Evangelischen Kirche der Pfalz, Bernhard Christian Erfort, in Speyer.

Das Plakat zum Katholikentagsmotto "Suche Frieden" zeigt eine Szene von einer Protestaktion im US-amerikanischen Baton Rouge nach dem Tod des Afroamerikaners Alton Sterling. Zu sehen ist eine Frau, die der Polizeigewalt trotzt und sich zwei Beamten mit Maschinengewehren in den Weg stellt. "Das Foto vermittelt den Eindruck, es könnte sich um deutsche Polizisten handeln", so Erfort. Die gezeigte Situation widerspreche grundlegend dem Ethos der deutschen Polizei.

Der Pressesprecher des Katholikentags, Thomas Arzner, sagte am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), das Plakat solle kein Statement gegen die Arbeit der Polizei und noch dazu der Polizei in Deutschland sein. Die Plakatkampagne mit verschiedenen Motiven wolle zur Diskussion darüber anregen, wie eine Suche nach Frieden geschehen kann. Sie bediene sich dabei realer Bilder, hinter denen echte Geschichten steckten und die - wie in diesem Fall - anecken könnten.

Der 101. Deutsche Katholikentag findet vom 9. bis 13. Mai in der Westfalenmetropole statt. Die Organisatoren rechnen mit mehreren Zehntausend Besuchern. Geplant sind über 1.000 Veranstaltungen. (KNA)

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Münster ein Tatort des Friedens. 602 Tage vor dem Katholikentag in der Westfalen-Metropole haben Bischof Felix Genn und ZdK-Präsident Sternberg das Motto vorgestellt.
 Bistum Münster/Sarah Stöber

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