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Konklave

Kurie muss internationaler werden

Der deutsche Papstwähler Paul Josef Cordes über Benedikt und die Zukunft der Kirche

Vatikanstadt - 04.03.2013

Der deutsche emeritierte Kurienkardinal Paul Josef Cordes (78) hat sich für eine stärkere Internationalisierung der Kurie ausgesprochen. Ihm scheine, "dass die normale Problematik der Struktur, die mehr nach innen als nach außen denkt, aufgebrochen werden sollte, damit die Weltkirche wieder stärker in den Blick kommt und andere Kulturen einfließen", sagte er im Interview mit katholisch.de. Cordes leitete bis 2010 das päpstliche Hilfswerk "Cor Unum". Er nimmt als einer von sechs Deutschen am Konklave teil.

Die Frage, ob die Kurie in Zukunft internationaler werde, hänge nicht davon ab, ob der künftige Papst ein Nicht-Italiener sei, sagte Cordes. "Ich sehe auch italienische Kandidaten, die dieses Bedürfnis haben und die in dieser Weise sicher tätig werden". Weder Johannes Paul II. (1978-2005) noch Benedikt XVI. (2005-2013) hätten "viel verändert in der Kurie", jedoch brauche so eine Institution "immer neue Impulse". Der Prozess der Internationalisierung, mit dem Johannes Paul II. angefangen habe, müsste fortgesetzt werden.

Bei dem kommenden Konklave werde der emeritierte Papst Benedikt XVI. "indirekten Einfluss haben auf seinen Nachfolger", sagte Cordes weiter. Sein Geist werde bei der Papstwahl sicher zu spüren sein. "Ich bin nicht der einzige, der begeistert ist von ihm, den er mit seiner Auffassung, seiner Theologie, mit seinem Engagement geprägt hat", so Cordes, der 2007 der erste Deutsche war, der von Benedikt XVI. ins Kardinalskollegium ernannt wurde.

Benedikt XVI. werde sich in Zukunft "sehr zurücknehmen", sagte der Kardinal. "Ich sehe überhaupt keine Gefahr, dass er jetzt aus dem Hintergrund in irgendeiner Weise Einfluss nehmen wird". Er persönlich hoffe jedoch, mit dem emeritierten Papst in Kontakt zu bleiben. Dieser habe ihm beim Abschied mit dem Kardinalskollegium an seinem letzten Arbeitstag gesagt, dass er sich sehen lassen solle.

Vom nächsten Papst erhofft sich Cordes nach eigenen Worten, dass dieser "Gott in die Gesellschaft, in die Kirche, zu uns allen trägt". Er wünsche sich einen Nachfolger, der "kein Manager" sei, sondern jemand "mit der intellektuellen Qualität" von Joseph Ratzinger, aber auch mit der Authentizität, die dieser mit seinem Rücktritt bewiesen habe. (luk)

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