Kurienerzbischof gegen Titel "emeritierter Papst"

Es gibt nur einen Papst – auch dann, wenn ein ehemaliger noch lebt. Deshalb will Kurienerzbischof Rino Fisichella auch nicht vom "emeritierten Papst" sprechen – und folgt damit einem prominenten Vorbild.

Benedikt XVI. | Bonn/Rom - 04.05.2017

Kurienerzbischof Rino Fisichella hält den Titel "emeritierter Papst" für Benedikt XVI. für problematisch. Das sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung laut der italienischen Zeitung "La Stampa" am Mittwoch in Rom. Anlass war die Vorstellung des Buchs "Il Papa del coraggio" ("Der mutige Papst") des Vatikan-Journalisten Mimmo Muolo.

Der Titel werfe mehr Fragen auf, als er beantworte, so Fisichella weiter. Er respektiere es zwar, dass dieser Titel verwendet werde, er selbst rede Benedikt XVI. aber nicht so an. Der Erzbischof hoffe auf eine Sprachregelung, die "aus theologischer Sicht weniger problematisch" sei.

Kurienerzbischof Rino Fisichella ist Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung.
 KNA

Im vergangenen Jahr hatte Erzbischof Georg Gänswein eine Debatte über die Rolle eines zurückgetretenen Papstes ausgelöst, als er in einer Rede vor der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom von einem "de facto erweiterten Amt - mit einem aktiven und einem kontemplativen Teilhaber" gesprochen hatte. Später stellte Gänswein klar, dass er nie davon gesprochen habe, dass es zwei Päpste geben würde.

Benedikt XVI. selbst sagte bereits Ende 2014 gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, er habe sich seit seinem Rücktritt die Anrede "Vater Benedikt" oder "Padre Benedetto" gewünscht. Er sei aber zu schwach gewesen, um das durchzusetzen. (fxn)

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