Laienvertreter gegen Rückkehr des Bischofs

Die Diözesanversammlung des Bistums Limburg sieht keine Chance für einen Neustart mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauensverhältnis zwischen Bischof und Diözese sei so nachhaltig gestört, dass "ein Neubeginn mit ihm nicht möglich erscheint", teilte die gewählte Vertretung der Katholiken des Bistums am Sonntag in Wiesbaden mit.

Bistum Limburg | Wiesbaden - 17.11.2013

Die Diözesanversammlung des Bistums Limburg sieht keine Chance für einen Neustart mit Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Das Vertrauensverhältnis zwischen Bischof und Diözese sei so nachhaltig gestört, dass "ein Neubeginn mit ihm nicht möglich erscheint", teilte die gewählte Vertretung der Katholiken des Bistums am Sonntag in Wiesbaden mit.

Tebartz-van Elst hatte in den vergangenen Wochen mehrfach signalisiert, er würde gerne in sein Bistum zurückkommen, unter anderem in einem Gespräch mit dem "Vatican Magazin" . Der Bischof steht wegen des Bauprojekts am Limburger Domberg und seiner Amtsführung in der Kritik .

Vertrauen zurückzugewinnen

Papst Franziskus hatte am 23. Oktober entschieden, dass der Bischof bis zur Klärung der Vorwürfe eine Auszeit nehmen soll ; er legt ihm nahe, diese außerhalb seiner Diözese zu verbringen. Zuletzt hielt sich der Bischof im bayerischen Benediktinerkloster Metten auf.

Die Diözesanversammlung zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass der Papst "mit klarem Blick auf unsere Diözese schaut". Engagierte Katholiken müssten sich öffentlich für ihren Einsatz rechtfertigen und würden mitverantwortlich gemacht für Entscheidungen, in die sie in keiner Weise einbezogen worden seien, heißt es in der Erklärung. Um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen, seien transparente Informationen und die sorgfältige Prüfung der Vorgänge um den Bau des Bischofshauses unabdingbar.

Dass die bei der von der Bischofskonferenz eingesetzten Kommission in guten Händen sei, versicherte der Limburger Bischofsvikar und Domdekan Günther Geis den Sitzungsteilnehmern: "Wir werden darauf achten, dass der Prüfauftrag erfüllt wird.", sagte er.

Generalvikar: kein Kirchenkampf

Generalvikar Wolfgang Rösch , der an der Sitzung teilnahm, erklärte, es gebe keinen Kirchenkampf zwischen einem romtreuen Bischof und einem aufmüpfigen Bistum: "Es geht um ganz menschliche Dinge", sagte er. Um konstruktiv damit umgehen zu können, brauche es die gründliche Aufarbeitung, aber auch innere Ruhe und Gelassenheit, die aus dem Glauben komme. "Wir müssen das kluge Maß zurückgewinnen."

Schillai vor eine beigen Wand.
Ingeborg Schillai ist Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung.
 KNA

Rösch warb für eine gute Streitkultur, zu der Respekt vor anderen Meinungen und Menschen gehöre. Ihm gehe es darum, in der Zeit bis zu einer Entscheidung über die Zukunft des Bistums die Verwaltungsabläufe sicherzustellen und für ein konstruktives Miteinander zu werben.

Die Präsidentin der Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, ermunterte die Gläubigen, sich nicht zurückzuziehen, sondern sich weiter für das Bistum und für die Weitergabe des Evangeliums zu engagieren.

Der Verabschiedung der Erklärung der Diözesanversammlung war nach eigenen Angaben "ein lebhafter Austausch" voran gegangen, bei dem vereinzelt auch der Standpunkt vertreten wurde, dass es im Bistum keine einheitliche Meinung, sondern unterschiedliche Vorstellungen zu dem Konflikt gebe. Viele Gesprächsteilnehmer betonten, dass ihre Sorge der Kirche im Bistum gelte, "die den Leuten unheimlich am Herzen liegt." (meu/KNA)

Hintergrund

Mit Vorfreude hießen die Limburger Katholiken im Jahr 2008 Franz-Peter Tebartz-van Elst als neuen Bischof willkommen. Mittlerweile wünschen sich nicht wenige, er würde seinen Rücktritt einreichen. In den vergangenen Wochen ist die Debatte um ihn und die Kosten für das Diözesane Zentrum in Limburg eskaliert. Katholisch.de dokumentiert alle wichtigen Etappen des Konflikts.

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