Lernfortschritt dank Förderung

Alle Kinder in der Casa Santa Rosa haben ihre eigene Geschichte und keine davon ist einfach. Die meisten stammen aus einem Umfeld, in dem von Anfang an jede Art von Erziehung und Förderung gefehlt hat. In der Schule kommen sie dann schlecht mit, haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder sich im Klassenverband zu integrieren. Seit Juli 2014 kümmern sich zwei Sonderpädagoginnen im Kinderdorf um diese Jungen und Mädchen. Mit beachtlichem Erfolg, wie Walter Brüggemann berichtet.

Peru-Blog | Cañete - 13.11.2014

Alle Kinder in der Casa Santa Rosa haben ihre eigene Geschichte und keine davon ist einfach. Die meisten stammen aus einem Umfeld, in dem von Anfang an jede Art von Erziehung und Förderung gefehlt hat. In der Schule kommen sie dann schlecht mit, haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder sich im Klassenverband zu integrieren. Seit Juli 2014 kümmern sich zwei Sonderpädagoginnen im Kinderdorf um diese Jungen und Mädchen. Mit beachtlichem Erfolg, wie Walter Brüggemann berichtet.

Heute berichte ich von der Arbeit unserer beiden Special Education Teachers Yolanda und Edith, die unseren Kindern mit Lernschwierigkeiten helfen, den Anschluss in der Schule zu schaffen. Viele Jungen und Mädchen sind vor ihrem Einzug ins Kinderdorf gar nicht in die Schule gegangen und wenn doch, fehlte es meist an elterlicher Begleitung.

Die Sonderpädagogin Edith mit ihrer Förderklasse im Kinderdorf "Casa Santa Rosa".
 

Aufmerksamkeitsdefizite, Konzentrationsstörungen oder Lese- und Rechtschreibschwächen sind nur einige der Probleme, mit denen sie zu kämpfen haben. Und weil sie immer wieder erleben, dass sie in der Schule nicht mitkommen und oft auch eine Klasse wiederholen müssen, sind sie frustriert und fallen durch aggressives Verhalten, Unsicherheit, Traurigkeit und geringe Motivation auf.

Da ist die neunjährige Louisa*, die die zweite Klasse der Primaria (Grundschule) besucht. Sie hatte Probleme, Zahlen in die richtige Reihenfolge zu bringen oder sich an Buchstaben zu erinnern. Louisa ist sehr impulsiv und war oft überfordert. Wenn sie eine Aufgabe mal wieder nicht schaffte, mussten ihre Mitschüler ihre Ausbrüche erleiden. Auch der zehnjährige Pablo* verhielt sich auffällig schlecht in seiner Klasse. Er akzeptierte die Lehrer nicht als Respektspersonen und hörte nicht zu, wenn sie mit ihm sprachen. Deshalb konnte er auch Hilfestellungen nicht folgen.

Ein großer Glücksfall

Seit Juli kümmern sich nun Yolanda und Edith um Kinder wie Louisa und Pablo. Yolanda ist Grundschullehrerin und spezialisiert auf Kinder mit Lerndefiziten. Edith hat Psychologie studiert und ebenfalls viel Erfahrung in der Förderung von Kindern mit Lernschwächen. Sie hat zuvor als Psychologin an verschiedenen Schulen gearbeitet.

Für die Casa Santa Rosa ist es ein großer Glücksfall, nach intensiver Suche diese beiden freundlichen und gut ausgebildeten Pädagoginnen gefunden zu haben. Es gibt nicht viele Lehrerinnen mit dieser Fachrichtung in Peru und die meisten von ihnen wollen nicht außerhalb der Hauptstadt Lima arbeiten. Yolanda zum Beispiel nimmt nun einen täglichen Anfahrts- und Nachhauseweg mit dem Bus von jeweils zweieinhalb Stunden in Kauf!

Kontakt zu Walter Brüggemann

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen? Wenn Sie Walter Brüggemann schreiben möchten, erreichen Sie ihn unter brueggemann.walter@icloud.com

Yolanda arbeitet im Dorf mit 15 Kindern, die entweder die Grundschule besuchen oder darauf vorbereitet werden. Zudem hält sie engen Kontakt mit den Lehrern der Schule. Edith kümmert sich in zwei wöchentlichen Therapiesitzungen um Kinder mit Verhaltens- und Konzentrationsproblemen. Sie gewöhnt sie an Regeln und Normen und fördert den Respekt der Kinder untereinander. Wichtig ist, dass die Kinder ihre Aufgaben verstehen und darauf aufbauend mit Ediths Hilfe lernen, ihre Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen zu überwinden.

Großartige Fortschritte

Louisa und Pablo haben auf diesem Weg schon großartige Fortschritte gemacht. Nach nur acht Wochen Therapie konnte Louisa bereits einen Teil ihrer Lernschwäche überwinden.

In der "Casa Santa Rosa" macht das Lernen Spaß: Der zenhjährige Pablo (mitte) mit zwei Freunden beim Förderunterricht.
 

Dadurch haben sich auch ihre sozialen Fähigkeiten verbessert. Sie arbeitet heute gut in ihrer Gruppe mit und respektiert auch Yolanda besser als zu Beginn. Auch Pablo ist inzwischen viel ruhiger geworden, hört zu und ist in der Lage, sich auf eine Sache zu konzentrieren. War er am Anfang noch faul, so ist er inzwischen viel motivierter und fragt Yolanda sogar nach zusätzlichen Aufgaben.

Für mich ist es schön, ihre Fortschritte zu beobachten. Es zeigt mir, wie wichtig es ist, jedem Kind in unserem Dorf individuell zu helfen und es zu fördern, um es letztlich auf ein selbständiges Leben in Peru vorzubereiten.

In meinem nächsten Beitrag lasse ich Sie wieder an meiner täglichen Arbeit teilhaben. Seitdem, wie berichtet, fast alle freiwilligen Helfer im Kinderdorf ausgefallen sind, fülle ich inzwischen fünf Stellenprofile aus und fühle mich wie der Tellerdreher im Zirkus. Es erinnert mich an meine Zeit als Investmentmanager – ist aber doch ganz anders!

Von Walter Brüggemann

*Namen von der Redaktion geändert

Spenden

Finanziert werden die Stellen unserer beiden Pädagoginnen derzeit durch Spendengelder, die ich gemeinsam mit einem Geschäftspartner aus meiner Zeit als Investmentmanager initiieren konnte. Das Gehalt für beide ist allerdings nur bis Mitte 2015 gesichert. Wenn Sie gerne für dieses Projekt spenden möchten, melden Sie sich per E-Mail unter brueggemann.walter@icloud.com.

Die Hilfsorganisation

Die Hilfsorganisation Nuestros Pequeños Hermanos (Unsere kleinen Brüder und Schwestern) wurde 1954 in Mexiko vom US-amerikanischen katholischen Priester William Wasson gegründet. Das Kinderhilfswerk unterhält Waisenhäuser in mehreren Staaten Lateinamerikas und der Karibik und wird unter anderem vom katholischen Kindermissionswerk "Die Sternsinger" unterstützt.

Die Hilfsorganisation

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017