• © Bild: picture alliance / Stefano Spaziani

Liebt das Leben!

Die Debatte über Sterbehilfe geht weiter. Nachdem Papst Franziskus sich am Sonntag beim Angelusgebet in Rom für einen entschiedenen Lebensschutz ausgesprochen hatte, soll es in Deutschland vor einer neuen gesetzlichen Regelung eine breite Diskussion geben. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) meldet, ist ein Gesetz frühestens für 2015 angepeilt.

Sterbehilfe | Bonn - 03.02.2014

Die Debatte über Sterbehilfe geht weiter. Nachdem Papst Franziskus sich am Sonntag beim Angelusgebet in Rom für einen entschiedenen Lebensschutz ausgesprochen hatte, soll es in Deutschland vor einer neuen gesetzlichen Regelung eine breite Diskussion geben. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) meldet, ist ein Gesetz frühestens für 2015 angepeilt.

Führende Koalitionspolitiker sind sich nach Angaben des Blattes einig, dass der Bundestag in diesem Jahr zunächst eine breite Diskussion über die Sterbehilfe führen solle. Wie stark organisierte Selbsttötungshilfe eingeschränkt wird, gelte unter Fachleuten der Fraktionen als völlig offen. "Wir glauben nicht, dass man die Entscheidung forcieren muss", sagte SPD-Fraktionsvize Carola Reimann dem Blatt.

Papst ermutigt Lebensschutzorganisationen

Papst Franziskus hatte auf dem Petersplatz zum Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod aufgerufen. Jeder Mensch sei ein Ebenbild Gottes und ein Geschenk für die Familie und die Gesellschaft, sagte er beim Angelus-Gebet. "Jeder ist dazu berufen, an seinem eigenen Platz und in seinem eigenen Wirkungsbereich das Leben zu lieben und ihm zu dienen, es anzunehmen, zu respektieren und zu fördern - besonders, wenn es zerbrechlich ist und Anteilnahme und Pflege braucht, vom Mutterleib bis zu seinem Ende auf dieser Erde", sagte Franziskus. Anlass der Äußerung war der nationale "Tag für das Leben" in Italien. Der Papst ermutigte Lebensschutzorganisationen, ihr Engagement fortzusetzen.

Laut einer Umfrage können sich 55 Prozent der Deutschen im Alter einen Suizid etwa aufgrund von schwerer Krankheit vorstellen.
Laut einer Umfrage können sich 55 Prozent der Deutschen im Alter einen Suizid etwa aufgrund von schwerer Krankheit vorstellen.  dpa

In einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" können sich 55 Prozent der Deutschen im Alter einen Suizid aufgrund von schwerer Krankheit, langer Pflegebedürftigkeit oder Demenz vorstellen . 52 Prozent meinen, Alte und Kranke könnten sich mehr zum Freitod gedrängt fühlen, um anderen nicht zur Last zu fallen, wenn die Politik Sterbehilfe durch Ärzte freigebe.

Gröhe: Palliativemedizin ausbauen

In Deutschland wird seit Wochen intensiv über die Sterbehilfe diskutiert, nachdem der neue Gesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU) kurz nach seinem Amtsantritt ein Gesetz zum Verbot der geschäftsmäßigen Hilfe zur Selbsttötung angeregt hatte. Im aktuellen Spiegel plädiert er dafür die Palliativmedizin auszubauen. "Wir haben in den letzten Jahren bereits wichtige Fortschritte gemacht, etwa im Hinblick auf die finanzielle Situation der Hospize, den Einsatz von Schmerzmitteln und die medizinische Ausbildung in der Palliativmedizin", so Gröhe.

Doch es gibt auch andere Meinungen unter den Politikern. So ließ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erkennen, dass er gegen ein generelles Verbot der Sterbehilfe ist. "Gesetzlich können wir nur regeln, was nicht sein darf - nämlich aggressive Werbung und Kommerzialisierung."

Bischöfe wollen organisierte Beihilfe zur Selbsttötung verbieten

Für die geplante Abstimmung über ein Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe soll der Fraktionszwang aufgehoben werden, so dass die Abgeordneten bei der Entscheidung nicht der Linie der Parteiführung folgen müssen. Die deutschen Bischöfe hatten in der vergangenen Woche beim Treffen ihres Ständigen Rats in Würzburg ein Verbot jeglicher organisierter Beihilfe zur Selbsttötung gefordert. "Wir begrüßen die politischen Signale, sich dieses wichtigen Themas erneut annehmen zu wollen", erklärten sie. (gho/dpa/KNA)

Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2016