Medien: Papst gegen Unabhängigkeit Kataloniens

Während die spanischen Bischöfe um Distanz und Dialog im Katalonien-Streit bemühen, soll Papst Franziskus eine deutlichere Meinung haben. Laut Medienberichten habe er diese dem Botschafter mitgeteilt.

Spanien | Madrid - 05.10.2017

Papst Franziskus hat im Streit um eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien auf die Einhaltung der verfassungsmäßigen Ordnung gepocht. Das geht aus spanischen Medienberichten (Donnerstag) hervor, die sich auf ein vertrauliches Treffen des Kirchenoberhauptes mit Spaniens neuem Botschafter, Gerardo Bugallo, beim Heiligen Stuhl am Montag beziehen.

Demnach wurde aus Botschaftskreisen bekannt, dass sich Franziskus während des 20-minütigen Treffens gegen eine Selbstbestimmung Kataloniens ausgesprochen habe. Diese sei durch einen "Prozess der Entkolonialisierung" nicht zu rechtfertigen. Die Kirche, so der Papst, lehne jeden Schritt ab, der nicht im Einklang mit dem geltenden Recht erfolge.

Das Verfassungsgericht Spaniens hält die katalanische Unabhängigkeitsabstimmung vom Sonntag für illegal. Die Bischofskonferenz des Landes hatte vor dem Referendum vor "unumkehrbaren und folgenschweren" Schritten gewarnt, die einen Bruch innerhalb der Gesellschaft zur Folge hätten. Die Bischöfe riefen zu einem "Dialog in vollem Respekt vor der Verfassung" auf. (KNA)

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