Menschenfreundlich, glaubensstark

Mit einem Festgottesdienst im Mainzer Dom ist am Sonntag das 30-Jahr-Jubiläum der Bischofsweihe von Kardinal Karl Lehmann (77) und sein Goldenes Priesterjubiläum begangen worden. Papst Franziskus übermittelte Lehmann "die besten Wünsche und herzliche Gratulation".

Bistum Mainz | Mainz - 06.10.2013

Mit einem Festgottesdienst im Mainzer Dom ist am Sonntag das 30-Jahr-Jubiläum der Bischofsweihe von Kardinal Karl Lehmann (77) und sein Goldenes Priesterjubiläum begangen worden. Papst Franziskus übermittelte Lehmann "die besten Wünsche und herzliche Gratulation".

In einem in dem Gottesdienst verlesenen Schreiben würdigte der Papst Lehmanns "menschliche Gaben in den Beziehungen mit Priestern, mit den Laienchristen und mit allen Menschen guten Willens". "Wir wissen, mit welchem Eifer du das Evangelium verkündigst und eine Auslegung der Heilswahrheit in neuen Situationen unterstützt", heißt es in dem Brief des Papstes.

Lehmann: Amt macht mir Freude

Lehmann verglich in seiner Predigt das Bischofsamt mit den Aufgaben eines Hirten. Ein guter Hirte müsse den Mut haben, aus dem Glauben heraus eine verlässliche Orientierung zu geben, sagte Lehmann. Ein guter Hirte habe ein Herz für die Armen, Kleinen und Schwachen, für alle, die in ihrem Leben an den Rand gekommen seien. Er sei mutig und wachsam, laufe vor Gefahren nicht davon und schütze die ihm anvertrauten Schafe. Der Kardinal räumte ein, er sei immer wieder hinter diesem Maßstab zurückgeblieben. Darum bedürfe er der Barmherzigkeit Gottes und der Nachsicht der Menschen. Aber es sei ein "Weg, der in allem Freude macht".

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Bischöfe gratulieren dem Mainzer Oberhirten zum doppelten Jubiläum
 Salvatore Tesoro

Lehmann, der am Donnerstag den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe begehen kann, war am 2. Oktober 1983 im Dom zu Mainz zum Bischof geweiht worden. Er steht nach wie vor an der Spitze des Bistums Mainz, war über 20 Jahre - von 1987 bis 2008 - Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Im Februar 2001 hatte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben.

Anerkennung auch außerhalb der Kirche

Zu den Teilnehmern des Gottesdienstes, zu dem sich mehr als 1.000 Menschen versammelt hatten, gehörten zahlreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Gekommen waren unter anderen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, und die stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Eveline Lemke (Grüne).

In einem Grußwort hob Zollitsch hervor, Lehmann habe der Kirche in Deutschland ein Gesicht gegeben, das menschenfreundlich und glaubensstark zugleich sei. Seine ruhige Sachlichkeit und seine aufrechte Gesprächsbereitschaft hätten ihm Gehör und Anerkennung verschafft weit hinaus über die Grenzen des Bistums Mainz und über die Grenzen der Kirche hinaus in Politik und Gesellschaft.

Entsprechend dem katholischen Kirchenrecht, das Bischöfen eine Altersgrenze von 75 Jahren setzt, bot Lehmann vor zwei Jahren Papst Benedikt XVI. seinen Verzicht auf das Amt des Bischofs von Mainz an. Benedikt lehnte ab und bat Lehmann, im Bischofsamt zu verbleiben, "bis auf andere Weise Vorsorge getroffen wird". (KNA)

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