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Mischt Euch ein!

Zum 150. Todestag Adolph Kolpings haben deutsche Bischöfe den Priester und Sozialreformer als Vorbild auch für die Christen heute bezeichnet. Die Botschaft Kolpings, sich für Arme und Ausgegrenzte einzusetzen, sei aktueller denn je.

Gedenken | Bonn - 05.12.2015

Zum 150. Todestag von Adolph Kolping hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Leben und Wirken des Priesters und Sozialreformers gewürdigt. Der von Christus inspirierte Kolping habe mit seinem Wirken der Welt ein menschliches Antlitz gegeben, sagte der Erzbischof am Freitag bei einem Festgottesdienst in der Kölner Minoritenkirche. Dort befindet sich das Grab Kolpings.

Wie wichtig Kolpings Engagement für junge Menschen gewesen sei, werde in der durch Terror und Gewalt verunsicherten heutigen Zeit deutlich, so der Kardinal. Der Protektor des Internationalen Kolpingwerkes rief dazu auf, wie Kolping Gott auch heute Mensch sein zu lassen und Notleidenden wie Flüchtlingen oder vernachlässigten Kindern zu helfen.

Koch: Sozial, karitativ und politisch engagieren

Auch der neue Berliner Erzbischof Heiner Koch würdigte Kolping. Koch sagte am Freitagabend in Berlin, Kolping habe "die Bewegung Gottes in die Welt hinein mit Christus mitvollzogen".

Für Christen bleibe die Herausforderung, sich "sozial, karitativ, gesellschaftlich und politisch einzumischen und einzubringen". Christentum bestehe nicht nur "aus schönen Worten und leeren Redensarten". Es müsse "tätig, hingebend, aufopfernd geübt werden".

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Industrialisierung - Revolution - Viele Dinge verändern Anfang des 19. Jahrhunderts das Leben der Menschen in Europa. In dieser Zeit erblickt Adolph Kolping das Licht der Welt.  

Der auch als Gesellenvater bezeichnete Adolph Kolping starb am 4. Dezember 1865 in Köln. Er wurde zunächst auf dem Melatenfriedhof beigesetzt, ein Jahr später aber entsprechend seinem Wunsch in die Minoritenkirche, seinen früheren Wirkungsort, umgebettet.

Kolping wurde am 8. Dezember 1813 als Sohn eines Schäfers in Kerpen bei Köln geboren. Er arbeitete mehrere Jahre als Schuster-Geselle, bevor er das Abitur machen und studieren konnte. Als Kaplan in Wuppertal-Elberfeld engagierte er sich als Präses im Gesellenverein des Lehrers Gregor Breuer. 1849 kam er nach Köln, wo er seinen ersten katholischen Gesellenverein gründete.

7.300 Kolpingsfamilien in 61 Ländern

Als Kolping starb, zählte sein Gesellenverein 24.600 Mitglieder in 400 Ortsvereinen. Der 1935 in Kolpingwerk umbenannte Verband zählt nach eigenen Angaben in Deutschland heute rund 250.000 Mitglieder in etwa 2.500 örtlichen Kolpingsfamilien; weltweit sind es 400.000 Mitglieder in rund 7.300 Kolpingsfamilien in 61 Ländern. Kolping wurde 1991 seliggesprochen. (gho/KNA)

Linktipp: Kolpingwerk

1849 hat der Priester Adolph Kolping den "Katholischen Gesellenverein" gegründet, aus dem das heutige Kolpingwerk besteht. Der Sozialverband zählt allein in Deutschland in seinen rund 2.500 Kolpingsfamilien rund eine Viertelmillion Mitglieder.

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