Missbrauchsvorwurf: Vatikan beurlaubt Angestellten

Der Vatikan hat einen seiner Angestellten wegen eines Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs beurlaubt. Er wurde neben der italienischen auch bei der vatikanischen Justiz angezeigt.

Missbrauch | Vatikanstadt - 07.08.2016

Der Vatikan hat einen Angestellten bis auf weiteres beurlaubt, weil er intimen Kontakt zu einer Minderjährigen gesucht haben soll. Das bestätigte Vatikansprecher Greg Burke am Sonntag auf Anfrage.

Burke betonte zugleich, der Fall sei außerhalb des Vatikan angesiedelt. Burke widersprach damit der Darstellung der italienischen Tageszeitung "Il Mattino" (Sonntag), die den Beschuldigten in das Umfeld von Papst Franziskus und dessen Residenz Santa Marta gerückt hatte.

Nach den vom Vatikan bestätigten Informationen geht es um einen Mitarbeiter der technischen Dienste, die für Hausmeisteraufgaben wie die Bestuhlung des Petersplatzes und die Ausstattung von vatikanischen Wohnungen und Büros zuständig sind. Der Mann soll sich außerhalb des Vatikanstaats einer 13-Jährigen unangemessen genähert und ihr Filme sexuellen Inhalts gezeigt haben.

Obwohl sich der Vorfall auf italienischem Boden zutrug, erstattete die Mutter des Mädchens den Angaben zufolge außer bei der italienischen Polizei auch bei der vatikanischen Justiz Anzeige. Daraufhin habe der Vatikan das Beschäftigungsverhältnis vorläufig ausgesetzt. (KNA)

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