Mut zur Ehe

Ein Bischof als Partnervermittler? Nicht ganz. Aber immerhin ist der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke seit Freitag Schirmherr Partnervermittlung "Ich und Du", die nach Angaben der Inhaberin Ulrike Grave mit einem christlichen Wertefundament arbeitet. Im Interview mit katholisch.de erläutert Hauke sein Engagement. Ebenso sagt er, was eine sich wandelnde Gesellschaft für die Kirche in Bezug auf die Ehe bedeutet.

Bistum Erfurt | Bonn/Erfurt - 18.01.2013

Ein Bischof als Partnervermittler? Nicht ganz. Aber immerhin ist der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke seit Freitag Schirmherr Partnervermittlung "Ich und Du", die nach Angaben der Inhaberin Ulrike Grave mit einem christlichen Wertefundament arbeitet. Im Interview mit katholisch.de erläutert Hauke sein Engagement. Ebenso sagt er, was eine sich wandelnde Gesellschaft für die Kirche in Bezug auf die Ehe bedeutet.

Frage: Herr Weihbischof, wie kommt ein exponierter Kirchenvertreter und zölibatär lebender Mensch dazu, Schirmherr für eine Partnervermittlung zu werden?

Hauke: Auch wenn ich mich persönlich für ein zölibatäres Leben entschieden habe, schätze ich die Lebensform Ehe sehr. Sie steht ja in ihrer Wertigkeit keiner anderen Lebensform nach. Deshalb kann ich die Initiative, Menschen bei der Suche nach einem Partner zu helfen, nur begrüßen. Ich habe bei den Gesprächen mit Frau Grave den Eindruck gewonnen, dass sie sich für das Finden der Partner engagiert und dabei auch das konfessionelle Interesse berücksichtigt. Da es mir wichtig ist, dass sich auch Christen finden und die Ehe schließen, möchte ich das Projekt unterstützen. Ich freue mich aber auch, wenn auch alle anderen Paare Mut zur ehelichen Partnerschaft haben, was ja nicht mehr selbstverständlich ist.

Frage: Was werden ihre Aufgaben als Schirmherr sein?

Hauke: Ich bürge für die Seriosität der Partnervermittlung. Mit Frau Grave werde ich im Gespräch sein und alle Möglichkeiten, die ich habe, nutzen, um die Partnervermittlung bekannt zu machen.

Reinhard Hauke ist seit Oktober 2005 Weihbischof im Bistum Erfurt.
Reinhard Hauke ist seit Oktober 2005 Weihbischof im Bistum Erfurt.
 KNA

Frage: Das Unternehmen betont sein christliches Wertefundament. Wie muss dieses bei einer Partnervermittlung beschaffen sein?

Hauke: Das christliche Wertefundament zeigt sich u.a. im persönlichen Gespräch, das mit jedem/jeder Interessenten/in geführt wird. Das Ernstnehmen der Person ist dabei wichtig. Hier geht es nicht nur um Internetinformationen, sondern um persönlichen Kontakt zur Vermittlerin.

Frage: Sie selbst laden regelmäßig zu "ökumenischen Segnungsgottesdiensten für alle, die partnerschaftlich unterwegs sind", ein. Das klingt nach mehr als nur Messfeiern für "klassische Ehepaare." Was hat es damit auf sich?

Hauke: Der Valentins-Gottesdienst ist für Christen und Nichtchristen. Es ist ein ökumenischer Segnungsgottesdienst mit verschiedenen Elementen, die helfen, über Partnerschaft nachzudenken. Es ist ein Wort-Gottes-Dienst mit Einzelsegnung.

Frage: Das traditionelle Verständnis von Ehe und Familie liegt der Kirche sehr am Herzen. Inwieweit muss sie sich aber mit veränderten gesellschaftlichen Vorstellungen davon auseinandersetzen?

Hauke: Die Kirche setzt sich mit den Veränderungen in der Gesellschaft auseinander. Sie ringt um die Frage, wie gebrochene Beziehungen in der Gemeinde eine pastorale Beachtung finden können. Der Dialogprozess hat die Bischöfe zu größerem Engagement in dieser Frage veranlasst.

Das Interview führte Christoph Meurer

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