Napier lobt Debattenkultur

Der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox Napier zeigt sich zufrieden mit der Arbeit der Familiensynode. Trotz anfänglicher Kritik an der Arbeitsweise blicke er optimistisch auf die Versammlung. Diese Haltung teilen auch andere Teilnehmer.

Familiensynode | Vatikanstadt - 20.10.2015

Teilnehmer der Bischofssynode über Ehe und Familie haben sich mit dem Verlauf des Weltkirchentreffens zufrieden gezeigt. Der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox Napier lobte am Dienstag, dem letzten Beratungstag der sogenannten Kleinen Zirkel, im Vatikan die Organisation der seit rund zwei Wochen tagenden Synode. Besonders hob er die gegenüber der Familiensynode vor einem Jahr deutlich längere Diskussionszeit in den 13 Sprachgruppen hervor. Die afrikanischen Bischöfe blickten optimistisch auf das Treffen und den Führungsstil von Papst Franziskus, so der Erzbischof von Durban.

Napier hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, vor Beginn der jetzigen Synode einen kritischen Brief an den Papst unterzeichnet zu haben. Das Schreiben habe sich inhaltlich jedoch von dem in der Presse bekanntgewordenen Brief unterschieden, in dem 13 Kardinäle Franziskus vor einer Manipulation der Synode zugunsten der Reformer warnten. Am Abend wollten die Sprecher der Kleinen Zirkel die jeweiligen Diskussionsergebnisse zum dritten Teil des Synoden-Arbeitspapiers vorstellen. Darin geht es auch um den kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuellen Paaren.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode bezeichnete den Ausgang der Debatte über wiederverheiratete Geschiedene als völlig offen. "Viele Synodale sind für sich noch nicht zu einem klaren Ergebnis gekommen", sagte Bode am Dienstag. Die Arbeit in der prominent besetzten deutschen Sprachgruppe sei geprägt von "großer Sachlichkeit".

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Vom 4. bis 25. Oktober 2015 tritt die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" zusammen. Die Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zur Synode.

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Unterdessen zeigte sich Kardinal Walter Kasper zuversichtlich, dass die Synode eine "Öffnung" gegenüber den Wiederverheirateten bringt. Er hoffe auf eine Mehrheit, sagte Kasper dem bischöflichen italienischen Pressedienst SIR. Er wünsche sich, dass bei der Lösung der Probleme eine große Mehrheit der Synodenteilnehmer an der Seite des Papstes sei. Es gebe nicht nur die abstrakte Lehre, sondern auch das konkrete Leben, dem man sich stellen müsse, betonte der emeritierte Kurienkardinal.

Kein Dokument zum Abschluss der Synode?

Zugleich äußerte Kasper die Vermutung, dass das Abschlussdokument möglicherweise am Ende der Synode noch nicht fertig sein werde. Wie es dann zustandekommen soll, sagte er nicht, erklärte aber, "wahrscheinlich" brauche man dafür noch etwas mehr Zeit. Er hoffe jedoch darauf, dass der Papst zum Abschluss der Synode bereits etwas sagen werde.

Der Erzbischof von Barcelona, Kardinal Lluis Martinez Sistach, und der Erzbischof von Morella in Mexiko, Kardinal Alberto Suarez Inda, betonten vor Journalisten, in den Debatten habe die Notwendigkeit einer gründlicheren Ehevorbereitung breiten Raum eingenommen. Paaren müsse Heirat und Familiengründung stärker als lebenslange, göttliche Berufung verdeutlicht werden. Damit müsse die Kirche schon bei Teenagern beginnen. (KNA)

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