Nicht mehr nur Vater, Mutter, Kind

Bei der Bischofssynode im Vatikan geht es um Ehe und Familie. Für Deutschland eher ein "Auslaufmodell", wenn man einigen Skeptikern glaubt. Auch wenn das übertrieben ist: Längst ist die klassische Familie keine Selbstverständlichkeit mehr.

Statistik | Bonn - 29.09.2015

Das Zusammenleben in Deutschland ändert sich massiv. Die klassische Familie verliert an Boden. Nur noch weniger als die Hälfte der Menschen leben überhaupt noch in einer Familie. Noch allerdings sind in den meisten Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind die Eltern verheiratet.

Wie das Statistische Bundesamt im Mikrozensus 2013 ermittelte, leben in der Bundesrepublik nur noch 49 Prozent aller Menschen in Familien mit Kindern. 1996 waren es noch 57 Prozent.

Weniger Familien mit Kindern

2014 gab es in Deutschland knapp 8,1 Millionen Haushalte mit minderjährigen Kindern. In diesen Familien lebten insgesamt 14,3 Millionen Kinder, darunter knapp 13 Millionen Kinder unter 18 Jahren.

Zwar dominiert immer noch das klassische Modell: 2014 waren nach Darstellung der Statistiker 69 Prozent der insgesamt knapp 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind Ehepaare. 1996 machte der Anteil der Ehepaare mit Kind unter den Familien aber noch 81 Prozent aus.

Zugleich wuchs 2014 der Anteil der alleinerziehenden Mütter und Väter an allen Familien auf 20 Prozent. Die restlichen 10 Prozent entfielen auf nichteheliche oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. 1996 gab es noch wesentlich weniger Familien mit Alleinerziehenden (14 Prozent) oder Lebensgemeinschaften (5 Prozent).

Mehr leben und erziehen allein

Bei den Alleinerziehenden hat vor allem die Zahl der Mütter zugenommen: Waren es 1996 knapp 1,14 Millionen Mütter, die mit ihren Kindern allein lebten, stieg diese Zahl 2013 auf rund 1,45 Millionen. Die Zahl der Väter blieb nahezu konstant: 2013 waren es rund 167.000 gegenüber 166.000 im Jahr 1996.

Von den 40,2 Millionen Haushalten in Deutschland waren 2014 rund 16,4 Millionen Einpersonenhaushalte.

Mehr gleichgeschlechtliche Paare

2013 gab es in Deutschland insgesamt rund 78.000 Paare, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft lebten. Dies waren gut ein Drittel mehr (34 Prozent) als zehn Jahre zuvor (2003: 58.000 Paare).

Männer lebten etwas häufiger mit einem Partner des gleichen Geschlechtes zusammen als Frauen, sie führten 54 % aller gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

Mehr Kinder, weniger Scheidungen

2014 wurden in Deutschland 715.000 Kinder lebend geboren. Das waren 33.000 Neugeborene oder 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr und damit die höchste Zahl seit 2004. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag im Jahr 2013 bei 1,41.

Den Bund der Ehe schlossen 2014 rund 386.000 Paare. Das war eine Steigerung um 12.000 beziehungsweise 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

2014 wurden rund 166.200 Ehen geschieden, das waren 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut Prognose des Statistischen Bundesamts werden nach den derzeitigen Scheidungsverhältnissen etwa 35 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der kommenden 25 Jahre geschieden. Die durchschnittliche Dauer der im Jahr 2014 geschiedenen Ehen betrug 14 Jahre und 8 Monate. Somit setzte sich der Trend zu einer längeren Ehedauer bis zur Scheidung weiter fort.

Thema: Familiensynode

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 tritt die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" in Rom zusammen. Unsere Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zur Synode.

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Von Christoph Arens (KNA)

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