Notfallnummer für bedrängte Christen?

Die Union prüft die Einrichtung einer Notfallnummer für bedrängte Christen und andere Minderheiten in Flüchtlingsheimen. Auch die Anforderungen an Sicherheitsdienste in den Heimen sollen erhöht werden.

Flüchtlinge | Berlin - 13.07.2016

Die Union prüft derzeit, ob es sinnvoll ist, eine Notfallnummer für bedrängte Christen und andere religiöse Minderheiten in Flüchtlingsunterkünften einzurichten. Der Staat dürfe nicht den Eindruck erwecken, er würde die Betroffenen in dieser Situation alleine lassen, erklärte der religionspolitische Sprecher der Union, Franz Josef Jung (CDU), am Mittwoch in Berlin.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland hatten am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme erklärt, dass sie eine nach Religionen getrennte Unterbringung von Flüchtlingen ablehnten. Hohe Qualitätsstandards, gute Betreuung, ausreichend Privatsphäre und Beschäftigungsangebote könnten Konflikte zwischen Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft und Religion verhindern, heißt es dort.

Jung erklärte, die Union habe als erste konkrete Maßnahme dafür gesorgt, dass religiös motivierte Gewalt in der Kriminalstatistik gesondert erfasst werde. Zudem seien neue gewerbliche Anforderungen an die Sicherheitsdienste erlassen worden. Er forderte die Länder dazu auf, bei der Auswahl der Träger sowie der Einrichtung und Betreuung der Unterkünfte ein deutliches Augenmerk auf die Qualität legen. Da die Mittel des Bundes gleichmäßig verteilt würden, seien die teilweise großen qualitativen Unterschiede zwischen den Ländern nicht nachvollziehbar und müssten beseitigt werden. (KNA)

Linktipp: Schutz ja, Trennung nein

Gibt es eine systematische Diskriminerung von Christen in Flüchtlingsunterkünften? Nein, sagen die beiden großen Kirchen. Deshalb raten sie von einer getrennten Unterbringung nach Religionen ab.

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