Opus Dei: "Kein Club für Reiche"

Kritiker unterstellen dem Opus Dei oft, ihm lägen die Reichen und Schönen mehr am Herzen als die Armen und Entrechteten. Diesem Vorwurf widersprach nun der Leiter der katholischen Gemeinschaft.

Kirche | Rom - 12.10.2017

Der neue Leiter des Opus Dei, Fernando Ocariz, hat den Vorwurf zurückgewiesen, die katholische Gemeinschaft sei ein "Club für Reiche". Die Mitglieder der Personalprälatur spiegelten die Verhältnisse ihrer jeweiligen Herkunftsländer wider und seien in ihrer "überwältigenden Mehrheit einfache Angestellte, Lehrer, Hausfrauen, Geschäftsleute, Studenten, Arbeiter", sagte er am Donnerstag der italienischen Tageszeitung "Corriere della sera", die ihn mit dem Vorwurf konfrontierte.

Ocariz: Wer diesem Klischee glaubt, verlässt uns nach zwei Wochen wieder

Aufgrund dieses Klischees gebe es allerdings einige Interessenten, die mit sonderbaren Vorstellungen an das Opus Dei heranträten, erklärte der Geistliche weiter. Die Erfahrung lehre jedoch, dass diese Kandidaten sich nach zwei Wochen wieder verabschieden würden. Denn dann würden sie merken, dass sie den Anderen dienen müssten und es auch um Spiritualität gehe. Kritiker werfen dem Opus Dei dagegen vor, insbesondere in lateinamerikanischen Ländern den wirtschaftlichen und politischen Eliten zu nahe zu stehen.

Das Opus Dei wurde 1928 von Josemaria Escriva gegründet und zählt nach eigenen Angaben weltweit rund 92.600 Laien sowie rund 2.100 Priester. Der 72 Jahre alte spanische Geistliche Ocariz wurde im Januar dieses Jahres als neuer Prälat an die Spitze gewählt. Seit 1982 ist das Opus Dei (Werk Gottes) eine sogenannte Personalprälatur und besteht aus Priestern und Laien. Damit ist die Gemeinschaft hierarchisch ähnlich organisiert wie ein Bistum, jedoch nicht an ein bestimmtes Territorium gebunden. Der Prälat hat die Rolle eines Bischofs. (tja)

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