Papst: Beichte als "Kanal der Freude"

Wer von seinen Sünden losgesprochen werde, müsse in die Lage versetzt werden, die Werke Gottes wieder zu genießen, sagte der Papst am Freitag im Vatikan. Die Gläubigen dürften sich nach der Beichte nicht mehr von ihrer Schuld bedrückt fühlen.

Vatikan | Vatikanstadt - 04.03.2016

Papst Franziskus wünscht sich barmherzige Beichtväter. Es dürfe allein darum gehen, jedem Gläubigen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen, sagte er am Freitag im Vatikan. Diesem "Geschenk des Heils" dürften sie kein Hindernis in den Weg legen. Beichtväter müssten ein "Kanal der Freude" sein, damit sich die Gläubigen nach der Beichte nicht mehr von ihrer Schuld bedrückt fühlten, so der Papst vor Teilnehmern einer vatikanischen Konferenz für Beichtväter.

Wer von seinen Sünden losgesprochen werde, müsse in die Lage versetzt werden, die Werke Gottes wieder zu genießen und den von ihm angerichteten Schaden wiedergutzumachen.

Beichte als Instrument der Barmherzigkeit

Franziskus ermahnte Beichtväter zugleich zu demütigem und großherzigem Verhalten. Sie seien nur Hüter, nicht "Herr der Gnade". Sie müssten sich stets bewusst bleiben, dass sie in der Beichte "Instrumente der Barmherzigkeit" seien.

Der Papst betonte weiter, dass die Möglichkeit der Vergebung allen offenstehe. "Die heilige Barmherzigkeit kann unentgeltlich alle erreichen, die sie erbitten".

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Was bedeutet Beichten? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".
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Am Freitagnachmittag wollte Franziskus mit den Konferenzteilnehmern einen Bußgottesdienst im Petersdom feiern und davor selbst einigen Gläubigen die Beichte abnehmen. Während der Messe stehen zudem 60 weitere Beichtväter bereit. Organisator der Konferenz ist die Apostolische Pönitentiarie, einer der drei vatikanischen Gerichtshöfe. Sie befasst sich unter anderem mit besonders schwerwiegenden Fällen der Sündenvergebung, die der Beichtvater vor Ort nicht gewähren kann.

Besuch der Beichte rückläufig

Die Beichte in eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. In Deutschland und vielen Ländern ist der Besuch der Beichte seit längerem stark rückläufig. Franziskus will die Beichte mit dem von ihm ausgerufenen Heiligen Jahr, das dem Thema Barmherzigkeit gewidmet ist, wieder stärker im Bewusstsein der Gläubigen verankern. Das betonte er in seiner Ansprache am Freitag erneut. "Stellen wir das Sakrament der Versöhnung wieder ins Zentrum - und das nicht nur im Heiligen Jahr", sagte er. (KNA)

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