Papst-Christbaum wird zu Holzspielzeug

Nächste Woche wird der Weihnachtsbaum am Petersplatz abgebaut. Doch damit ist die Geschichte der rund 25 Meter hohen Fichte aus Bayern noch nicht vorbei: Nach dem Willen des Papstes wird der Baum zu Spielzeug für bedürftige Kinder verarbeitet.

Vatikan | Vatikanstadt - 29.01.2016

Wenn der Christbaum auf dem Petersplatz nach dem Fest "Darstellung des Herrn" am 2. Februar abgebaut wird, dann ist seine Geschichte noch lange nicht vorbei: Auf Wunsch von Papst Franziskus wird er zu Holzspielzeug für bedürftige Kinder in Rom verarbeitet. Das verriet jetzt Hermann Falk, der Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Hirschau, aus der die Fichte für das Weihnachtsfest 2015 stammt.

"Ich finde das eine tolle Idee, weil der Baum dann weiterlebt", sagt Falk gegenüber katholisch.de. Besonders im Jahr der Barmherzigkeit hält er die Aktion für eine schöne Geste. "Es ist auch für die Gemeinde schön zu wissen, dass der Baum so noch einen ganz nachhaltigen Wert bekommt, indem er notleidenden Kindern eine Freude macht", so der CSU-Politiker.

Gemeinden sind zusammengewachsen

Die 25 Meter hohe und etwa 50 Jahre alte Fichte war im November gefällt und einen Monat später von Papst Franziskus auf dem Petersplatz illuminiert worden.  Damals war Falk mit einer großen Delegation von rund 300 Leuten in den Vatikan gereist. Und auch diese Begegnung wirkt noch nach: Für Februar ist für alle Interessierten ein Abend geplant, an dem noch einmal Bilder und Filmmaterial von dem Besuch im Vatikan gezeigt werden: "Es sind schon Leute auf mich zugekommen, die es bereut haben, dass sie selbst nicht dabei waren", sagt Hermann Falk schmunzelnd. Zudem seien die drei oberpfälzischen Gemeinden Hirschau, Schnaittenbach und Freudenberg, die den Baum gemeinsam gespendet hatten, durch die Aktion zusammengewachsen, erklärt er.

Hermann Falk ist Erster Bürgermeister der 5.800-Einwohner-Stadt Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach in Bayern
 Privat

So steht schon die nächste gemeinsame Fahrt vor der Tür: Dieses Mal geht es nach Bozen zur "Stiftung Gräfin Lene Thun". Die setzt sich unter anderem für krebskranke Kinder ein und gehört zur "Thun-AG", einem Hersteller für Keramik- und Geschenkartikel. Und auch hier gibt es eine Verbindung zum päpstlichen Weihnachtsbaum: Denn die Keramikkugeln für Baum wurden von Kindern gebastelt, um die sich die Stiftung kümmert. Nun können die Kugeln für gut 2600 Euro pro Stück käuflich erworben werden  - und der Erlös kommt wieder den kranken Kindern zugute.

Anreise mit vier Bussen

Insgesamt acht dieser Kugeln haben Verwaltung, Privatleute und ein Wirtschaftsunternehmen der drei Gemeinden für den guten Zweck gekauft – und wurden dafür als Dank zu einer Feierstunde eingeladen. "Es kann gut sein, dass wir da wieder mit vier Bussen anreisen," sagt Bürgermeister Falk. "Alle, die in Rom dabei waren, wollen wieder mitfahren".

Doch auch, wer nicht dabei sein kann, kann die Kugeln demnächst bewundern. Denn sie bekommen in allen drei Rathäusern einen Ehrenplatz – zusammen mit jeweils einem Teil des Stumpfes des päpstlichen Weihnachtsbaums. Denn der wird in Schreiben geschnitten, lackiert und zusammen mit den Kugeln ausgestellt.

Von Gabriele Höfling

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