Papst: Daran erkennt man einen echten Propheten

Ein Prophet ist keiner, der bloß den Teufel an die Wand malt, sagt der Papst. Aber woran erkennt man einen echten Propheten dann? Franziskus gibt einige Tipps dazu.

Vatikan | Vatikanstadt - 17.04.2018

Einen echten Propheten erkennt man nach den Worten von Papst Franziskus daran, dass er nicht nur Horrorszenarien ankündigt, sondern auch Hoffnung vermittelt. Ein Prophet sei keiner, der bloß "den Teufel an die Wand malt" und ebenso wenig ein Berufskritiker, sagte er am Dienstag in seiner Morgenmesse im Vatikan. Ob ein Prophet die Wahrheit sagt, lässt sich laut Papst daran festmachen, ob er die Kraft hat, "nicht nur zu sprechen, sondern auch über sein Volk zu weinen, weil es der Wahrheit den Rücken gekehrt hat".

Als Beispiel führte Franziskus in seiner Predigt Jesus an. Dieser habe einerseits mit harten Worten eine "perverse und ehebrecherische Generation" angeprangert, doch andererseits habe er über Jerusalem geweint. "Das ist der Beweis im Praxistest". Aufgabe eines Propheten sei es, Tore zu öffnen und Wurzeln zu heilen und die Zugehörigkeit zum Volk Gottes zu stärken, damit es voran gehe, sagte der Papst in der Kapelle des vatikanischen Gästeshauses weiter. Wenn ein Prophet seine Aufgabe gut mache, riskiere er hierbei sein Leben, so Franziskus mit Blick auf den heiligen Stephanus, der in Jerusalem gesteinigt wurde und als erster christlicher Märtyrer gilt. Er sei getötet worden, weil er die Wahrheit verkündet habe.

"Die Kirche braucht die Propheten", betonte Franziskus. Die Kirche verlange von allen Gläubigen, dass sie Propheten würden. "Wir sollten keine Kritiker sein, das ist etwas anderes. Das eine ist ein kritischer Richter, der mit nichts zufrieden ist und sagt: 'Nein, das und jenes geht nicht.' Das ist kein Prophet." (tja)

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