Papst: Unglück ist eine "Schande"

Vor der süditalienischen Insel Lampedusa hat sich am Donnerstag eine der größten Flüchtlingstragödien dieses Jahres ereignet. Nach Angaben von Rettungskräften erlitten rund 500 Menschen, die meisten von ihnen aus Somalia und Eritrea, bei der Überquerung des Mittelmeers Schiffbruch. Ihr Boot hatte aus noch ungeklärten Gründen etwa einen Kilometer vor der rettenden Küste Feuer gefangen. Küstenwache und Fischer bargen bis zum Mittag mehr als 80 Tote sowie rund 150 Überlebende. Mittlerweile ist von mindestens 133 Toten die Rede.

Flüchtlingskatastrophe | Rom - 03.10.2013

Vor der süditalienischen Insel Lampedusa hat sich am Donnerstag eine der größten Flüchtlingstragödien dieses Jahres ereignet. Nach Angaben von Rettungskräften erlitten rund 500 Menschen, die meisten von ihnen aus Somalia und Eritrea, bei der Überquerung des Mittelmeers Schiffbruch. Ihr Boot hatte aus noch ungeklärten Gründen etwa einen Kilometer vor der rettenden Küste Feuer gefangen. Küstenwache und Fischer bargen bis zum Mittag mehr als 80 Tote sowie rund 150 Überlebende. Mittlerweile ist von mindestens 133 Toten die Rede.

Zahlreiche weitere Menschen, darunter viele Kinder, trieben lebend oder tot in den Wellen. Die Rettungskräfte legten die Leichen in Plastiksäcken an der Hafenmole ab, von wo sie zum Flughafen-Hangar weiter transportiert werden sollten. Dieser soll als provisorische Leichenhalle dienen.

Unterdessen hat Papst Franziskus hat zum Gebet für die Opfer aufgerufen. "Bitten wir Gott für die Opfer des tragischen Schiffsunglücks im Meer vor Lampedusa", twitterte er am Donnerstagmittag. Zugleich bezeichnete er die Katastrophe als "Schande", für die die Welt sich schämen sollte.

"Wenn wir von Frieden und einer unmenschlichen Weltwirtschaftskrise sprechen, die ein Symptom für fehlenden Respekt gegenüber dem Menschen ist, dürfen wir die vielen Opfer des erneuten Schiffsunglücks heute im Meer vor Lampedusa nicht vergessen", sagte der Papst später bei einer Audienz. "Vereinen wir unsere Anstrengungen, damit sich solche Tragödien nicht wiederholen. Nur eine entschlossene Zusammenarbeit aller kann zur Vorbeugung beitragen", so Franziskus weiter.

Italien will Asylpolitik überdenken

Am 8. Juli hatte der Papst selbst die Flüchtlingsinsel Lampedusa besucht. Gemeinsam mit Bootsflüchtlingen und Einheimischen hatte er dort eine Messe gefeiert. Dabei forderte er mehr Solidarität mit den Menschen, die von Afrika über das Mittelmeer nach Europa kommen. Franziskus beklagte eine "Globalisierung der Gleichgültigkeit". Diese mache alle zu "anonymen Verantwortlichen ohne Namen und ohne Gesicht".

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich betroffen über die Flüchtlingskatastrophe gezeigt. Seine Trauer gelte den Getöteten, sein Mitleid deren Angehörigen, sagte Schick am Donnerstag in Bamberg. Der für Fragen der Weltkirche zuständige Bischof rief dazu auf, endlich zu verhindern, dass Menschen sich mit Schlepperbanden einließen und auf solche Schiffe stiegen. Vor allem aber müssten die Lebensbedingungen in den Ursprungsländern der Flüchtlinge verbessert werden.

Unter dem Eindruck der Tragödie forderte Staatspräsident Giorgio Napolitano eine Revision der italienischen Asylgesetze. Bereits am Vortag hatte Ministerpräsident Enrico Letta in seiner Rede vor der Vertrauensabstimmung eine Neuausrichtung der italienischen Migrationspolitik in Aussicht gestellt. (meu/KNA/dpa)

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