Pontifikat "mit Haut und Haaren"

Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat Bescheidenheit und Demut als herausragende Charaktereigenschaften von Papst Benedikt XVI. hervorgehoben. Während eines Gottesdienstes in der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale sagte Zollitsch: "Das Papstamt war niemals ein Karriereziel von Joseph Ratzinger. Vielmehr hat er in der Wahl der Kardinäle den Ratschluss Gottes erkannt und sich von Anfang an als Diener der Kirche verstanden".

Dankgottesdienst | Berlin - 28.02.2013

Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat Bescheidenheit und Demut als herausragende Charaktereigenschaften von Papst Benedikt XVI. hervorgehoben. Während eines Gottesdienstes in der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale sagte Zollitsch: "Das Papstamt war niemals ein Karriereziel von Joseph Ratzinger. Vielmehr hat er in der Wahl der Kardinäle den Ratschluss Gottes erkannt und sich von Anfang an als Diener der Kirche verstanden".

Zollitsch betonte, der Papst habe es als seine wichtigste Aufgabe gesehen, den Menschen das Evangelium nahe zu bringen. Benedikt habe nie aus Machtkalkül gehandelt, sondern sich als Diener gesehen und mit "Haut und Haaren" für die Sache Jesu Christi eingesetzt. Der Erzbischof dankte Benedikt XVI. für sein Pontifikat: Er habe "durch seinen Petrusdienst das Licht Christi" aufstrahlen lassen.

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Die letzte Generalaudienz von Benedikt XVI. - Impressionen vom Petersplatz Impressionen vom Petersplatz und der deutsche Teil seiner Ansprache.
 Sarah Schortemeyer und Peter Phillipp

Drei Enzykliken

Als besondere Verdienste des Papstes nannte Zollitsch unter anderen die Enzykliken "Deus Caritas Est" und "Spe Salvi", in denen Benedikt XVI. Liebe und Hoffnung als Gaben des Glaubens herausgestellt habe. In seiner Sozialenzyklika "Caritas in Veritate" habe der Papst das Phänomen der Globalisierung angesprochen. Auch in seiner Rede vor dem Bundestag im September 2011 habe er bei der Umweltbewegung angesetzt und eine "Ökologie des Menschen" gefordert: Die Menschen müssten sich darauf besinnen, dass sie Teil von Gottes Schöpfung seien und die Natur achten, so legte Zollitsch die Worte des Papstes aus.

Zollitsch: Begnadigter Prediger

Benedikts Pontifikat sei von "theologischer Tiefe und intellektueller Weite" geprägt. Zollitsch bezeichnete den deutschen Papst als begnadeten Prediger und unermüdlichen Brückenbauer zwischen Wissenschaft und gelebtem Glauben. "In ihm verbinden sich fides et ratio, Glauben und Wissen, Intellekt und Herzenswärme. Er überredet nicht, er überzeugt", so der DBK-Vorsitzende. Er ergänzte, das gelte, auch wenn Benedikt in einer "vermeintlich liberalen Gesellschaft auf Unverständnis stieß und manchmal durchaus heftigen Widerspruch hervorrief. Er war der Fels in der Brandung einer sich rasant verändernden Welt".

Zollitsch ging auch auf das Papstwort von der "Diktatur des Relativismus" ein. Benedikt habe auf die Gefahren von Globalisierung und Fortschrittsgläubigkeit hingewiesen. Dazu gehöre ungezügelter Kapitalismus genauso wie ein Machbarkeitswahn auf dem Gebiet der Bio-Technologien.

Religionsfreiheit als zentrales Anliegen

Robert Zollitsch erinnerte auch an die Rede des Papstes vor den Vereinten Nationen, in der Benedikt die Religionsfreiheit als ein großes Anliegen bezeichnet hatte. Der interreligiöse Dialog habe dem Papst am Herzen gelegen. Das habe er unter anderem mit seinen Besuchen des Vernichtungslagers Ausschwitz und in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel gezeigt.

An dem zentralen deutschen Dankgottesdienst für das Pontifikat Benedikts XVI. nahmen auch der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Perisset, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vertreter des Bundestages und der Bundesregierung teil.

Benedikt XVI. habe auch die Sehnsucht der Menschen nach Religiösität und Spiritualität erkannt und aufgenommen. "Die Frage nach Gott in unserer Welt wachzuhalten und sie glaubwürdig zu beantworten, dafür steht Papst Benedikt XVI. – weit über die Jahre seines Pontifikats hinaus", resümierte Zollitsch. Eine jeder Christ in der Welt möge immer mehr das werden, was Benedikts Name bedeute: "Ein Gesegneter sein und ein Segen". (gho)

Der Papst sagt Servus

Es ist ein historisches Ereignis: Am 11. Februar hat Benedikt XVI. angekündigt, zum 28. des Monats zurückzutreten. Katholisch.de dokumentiert die Rücktrittserklärung im Wortlaut und präsentiert weitere Informationen und Hintergründe.

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