Ramadan: Bischöfe betonen gleiche Würde aller Menschen

Am Mittwoch beginnt der Fastenmonat Ramadan. In einem Grußwort wenden sich die deutschen Bischöfe deshalb an alle Muslime des Landes. Dabei sprechen sie aber auch eine Mahnung aus.

Islam | Bonn - 15.05.2018

In ihrem Grußwort an alle Muslime in Deutschland zum Beginn des Fastenmonats Ramadan erinnern die deutschen Bischöfe an die ungeteilte Würde aller Menschen weltweit. "Es darf keinen Ort geben, an dem die menschliche Würde nicht respektiert wird", schreibt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in der am Dienstag in Bonn veröffentlichten Botschaft.

Dabei spiele es keine Rolle, ob ein Mensch zur gleichen Religionsgemeinschaft gehört, so Marx weiter: "Denn es sind zwar nicht alle Religionen gleich, aber allen Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, hat er die gleiche Würde zuerkannt." Daher sei es die Aufgabe der Gläubigen, sich dafür einzusetzen, "dass die Menschheit sich als eine Familie von Gottes Geschöpfen begreift und wir einander gegenseitig achten und ehren". Das sei der Weg des Friedens, "nach dem sich die Menschen weltweit heute vielleicht mehr denn je sehnen".

"Möge der barmherzige Gott Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören", wünscht Marx allen Muslimen in seiner Botschaft. Durch Einladungen zum Fastenbrechen böten sie auch Christen die Gelegenheit, am "Reichtum Ihrer Spiritualität" teilzunehmen. Die gemeinsame Begegnung und Feier solle eine willkommene Gelegenheit sein, Freundschaften zu schließen und zu vertiefen, so der Kardinal: "Ich wünsche Ihnen viele erfüllte Begegnungen in der 30-tägigen Fastenzeit. Gott segne Sie, Ihre Familien und Gemeinden!"

Fasten als eine der fünf Säulen des Islam

Der Fastenmonat beginnt am Mittwoch. Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Almosengeben. Auf das Ende des Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al Fitr.

Durch das Fasten soll deutlich werden, dass die Religion einen höheren Wert hat als das tägliche Leben. Der Ramadan ist auch der Monat der Nächstenliebe und der guten Taten. Der Anfang des Fastenmonats hängt vom Zeitpunkt des Erscheinens der Neumondsichel ab. Die großen islamischen Verbände in Deutschland haben sich auf einen gemeinsamen Zeitrahmen verständigt.

Das religiös motivierte Fasten ist aber nicht nur ein muslimisches Phänomen. So begehen Christen eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Die Angehörigen der Ostkirchen befolgen vier Fastenzeiten im Kirchenjahr. Auch im Buddhismus gibt es eine Fastentradition. (bod/KNA)

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