Reliquien aus Abteikirche in Schweiklberg gestohlen

Am Freitagmorgen wurde der Diebstahl eines Reliquienkästchens aus der Abteikirche Schweiklberg entdeckt. Noch bevor die Polizei am Tatort eintraf, schlugen die Diebe erneut zu.

Kriminalität | Schweiklberg - 10.11.2017

Aus der Kirche der niederbayerischen Benediktinerabtei Schweiklberg sind am Donnerstag und Freitag zwei Reliquienschreine gestohlen worden. Die mit Silberblech beschlagenen Holzkästchen waren mit Halbedelsteinen verziert und trugen eine Elfenbeinfigur des Heiligen Anselm beziehungsweise des Heiligen Bonifaz. Die erste Tat ereignete sich der Polizei zufolge am Donnerstag zwischen 8.00 und 19.30 Uhr, die zweite am Freitag zwischen der Alarmierung um 10:30 Uhr und dem Eintreffen der Polizei um 10:45 Uhr. Eine Suche nach verdächtigen Personen und Fahrzeugen in der näheren Umgebung blieb erfolglos.

Die gestohlenen Kästchen waren 1939 mit zwei weiteren vom damaligen Abt des Klosters angeschafft worden, wie der Prior-Administrator der Abtei, Benedikt Schneider, am Freitagnachmittag auf Anfrage sagte. Deshalb sei es schwierig, etwas über den materiellen Wert zu sagen. Der ideelle Wert dagegen sei sehr hoch, da alle vier Schreine in den Mittelaltar der Abteikirche eingelassen gewesen seien. Sie enthielten jeweils mehrere Reliquien. Zunächst sei ein "Wanderbursche" ins Visier geraten, der die Nacht im Kloster verbracht habe. Dieser Verdacht habe sich aber nicht erhärtet.

Kripo hofft auf Hinweise

Die Kriminalpolizei Passau hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Außerdem warnt sie davor, diese oder ähnliche Gegenstände von unbekannten Personen anzukaufen. Immer wieder werden Reliquienbehältnisse aus Kirchen gestohlen. Dies geschah etwa Mitte Oktober im nordrhein-westfälischen Marienwallfahrtsort Kevelaer. Das versilberte, vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Behältnis in Form eines Armes und einer Hand enthält Knochenreste des Heiligen Petrus Canisius (1521-1597). (KNA)

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