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Sagen, was man denkt

An diesem Sonntag um 22.12 Uhr startet auf dem ARD-Digitalsender EinsPlus das neue TV-Format "Freisprecher". Die von den beiden großen Kirchen betreute Sendung will ethische und religiöse Fragen aus der Lebenswirklichkeit junger Menschen aufgreifen. Im Interview spricht Ute Stenert, Leiterin des Bereichs Rundfunk und Medienethik im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, über die Idee des Formats und dessen Bedeutung für die kirchliche Verkündigung im Fernsehen.

Fernsehen | Bonn - 02.02.2014

An diesem Sonntag um 22.12 Uhr startet auf dem ARD-Digitalsender EinsPlus das neue TV-Format "Freisprecher". Die von den beiden großen Kirchen betreute Sendung will ethische und religiöse Fragen aus der Lebenswirklichkeit junger Menschen aufgreifen. Im Interview spricht Ute Stenert, Leiterin des Bereichs Rundfunk und Medienethik im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, über die Idee des Formats und dessen Bedeutung für die kirchliche Verkündigung im Fernsehen.

Frage: Frau Stenert, an diesem Sonntag startet mit "Freisprecher" auf dem Digitalsender EinsPlus ein neues kirchliches Fernsehformat. Was ist das für ein Format und warum gehen die Kirchen damit auf Sendung?

Stenert: "Freisprecher" ist ein Sendeformat, das ethische, werteorientierte und religiöse Fragen stellt. In kurzen Clips werden Sinn- und Lebensfragen der 14- bis 29-Jährigen aufgegriffen. In dem Alter suchen die Menschen oftmals noch nach ihrem Platz in der Gesellschaft und die ihnen wichtigen Werte. Die Kirchen wollen bewusst keine fertigen Antworten oder Konzepte vorgeben. Vielmehr geht es um einen Impuls. Der Sendungstitel "Freisprecher" ist Programm. Wer zu Wort kommt, darf sagen, was er denkt. Die Kirchen wählen zunächst einmal nur die Fragen und Themen aus. Das überraschende, ungewöhnlich erzählte Kurzformat unterhält und regt vor allem zum Nachdenken an.

Frage: Mit dem "Wort zum Sonntag" haben die katholische und die evangelische Kirche eine Marke mit einer 60-jährigen Geschichte. Hat das Dreiminuten-Format "Freisprecher" das Potential, eine ähnlich starke Marke in einer jüngeren Zielgruppe zu werden?

Stenert: Bleiben wir realistisch: Heute überlebt im diversifizierten Medienmarkt kein neu eingeführtes Format 60 Jahre. Aber: Ein jugendaffines, multimedial ausgerichtetes Format, das sich mit ethischen und werteorientierten Fragen beschäftigt, hat auch künftig Potenzial. Voraussetzung ist, dass es sprachlich und ästhetisch bei der Zielgruppe anschlussfähig ist. Und es muss sich entwickeln können.

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Erste Folge des neuen TV-Formats "Freisprecher" auf dem ARD-Digitalsender EinsPlus
 EinsPlus/EIKON Nord

Frage: Unter dem Titel "Freisprecher" wird es zwei unterschiedliche Sendungs-Formen geben. Worin unterscheiden sich die beiden Formen?

Stenert: Entweder wird eine Einzelperson gezeigt, die "frei" über ihre Hoffnungen, Träume und Einstellungen spricht. Die Antworten sind sehr persönlich. So entsteht ein kurzes Portrait, das mit grafischen Collagen visualisiert wird. Die zweite Sendeform ist eine Umfrage an wechselnden Orten. Hier äußern sich Passanten zu einer bestimmten Wertefrage. Ein Beispiel: In einer Sendung sprechen junge Leute im Rotlichtviertel über Treue.

Frage: Lässt sich das neue Format in die Reihe der bekannten Verkündigungssendungen wie dem "Wort zum Sonntag" oder den Fernsehgottesdiensten einreihen?

Stenert: Rundfunkpolitisch ja, denn die Kirchen betreuen das Format redaktionell genauso wie das "Wort zum Sonntag" und die Fernsehgottesdienste.

Frage: Das Format soll zur Diskussion anregen. Wie und auf welchen Plattformen soll dies stattfinden?

Stenert: Die Zuschauer können nach der Sendung mit jungen katholischen und evangelischen Kollegen online unter Facebook.com/FreisprecherTV oder bei Twitter via #Freisprecher weiter diskutieren.

Das Interview führte Sarah Schortemeyer

Zur Person

Ute Stenert ist Leiterin des Bereichs Rundfunk und Medienethik im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.

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