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Schick mahnt Politiker zur Mäßigung im Ton

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat Politiker zur Mäßigung in der Flüchtlingsdebatte aufgerufen. Da es eine wachsende Zahl von Menschen gebe, die Flüchtlinge ablehnten und sie verbal attackierten, hätten Politiker eine Vorbildfunktion.

Flüchtlinge | Bamberg - 16.10.2015

Der katholische Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat Politiker zur Mäßigung in der Flüchtlingsdebatte aufgerufen. Jeder solle sich genau überlegen, was er sagt und welche Worte er benutzt, sagte Schick am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bamberg. Die Verantwortlichen müssten sehr vorsichtig sein, dass abschätzige Worte nicht Diskussionen auslösten, die zu Taten führten. "Daher haben die Politiker auch immer eine Vorbildfunktion und die müssen sie auch wahrnehmen."

Es gebe eine wachsende Zahl von Menschen, die Flüchtlinge ablehnten und sie verbal attackierten, so der Erzbischof weiter. "Das haben wir in der Geschichte immer wieder erlebt: Die Worte und die Gedanken, die werden zu Taten". Irgendwann würden die Häuser von Flüchtlingen angezündet. Wenn Deutschland eine humane Gesellschaft bleiben wolle, müsse auch in der öffentlichen Meinungsbildung sehr deutlich werden, was gehe und was nicht.

"Wenn zum Beispiel Galgen umhergetragen werden bei bestimmten Demonstrationen, dann muss klar sein: Das kann nicht sein, das darf nicht sein, selbst wenn es nicht strafrechtlich zu verfolgen wäre", betonte Schick. Als weiteres Beispiel nannte er pauschale Urteile über Muslime.

Gleichzeitig lobte der Erzbischof das Engagement der Ehrenamtlichen für Flüchtlinge, gerade auch in der Kirche. Dies zeige, dass der "Grundwasserspiegel des Christentums" noch sehr hoch sei. "Wenn wir den hochhalten, dann werden wir mit manchen anderen Strömungen, die es auch gibt, fertig werden", betonte Schick. Es gelte, diesen christlichen Geist, das Handeln und Denken zu fördern, "damit anderes gar nicht hochkommen kann". (KNA)

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