Schicksalhafte Wochen für Franziskus?

Familie, Partnerschaft - es sind heiße Eisen, über die die Familiensynode im Herbst diskutiert. Für den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück geht es letztlich um die Frage, ob sich kirchliche Lehre weiterentwickeln kann.

Synode | München - 31.08.2015

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwartet von der Bischofssynode in Rom eine grundlegende Öffnung der Kirche für mehr regionale Spielräume. "Ich hoffe sehr, dass es über die Themen hinaus, die unmittelbarerer Gegenstand der Synode sind, eine Entwicklung gibt zu mehr pastoralen Freiräumen", sagte der scheidende ZdK-Präsident, Alois Glück, der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Situation in Deutschland erfordere zum Teil andere Antworten als in anderen Weltregionen.

Vom 4. bis 25. Oktober beraten die Bischöfe aus aller Welt über innerkirchliche Reizthemen aus dem Bereich Familie und Ehe. Das Zentralkomitee fordert, dass wiederverheiratete Geschiedene nicht mehr vom Kommunionempfang ausgeschlossen werden. Die Synode solle zumindest zulassen, dass diese Frage nicht weltweit einheitlich geregelt werden müsse, sagte Glück.

Exemplarische Bedeutung der Synode

"Die Synode wird eine exemplarische Bedeutung bekommen für die weitere Entwicklung der Kirche", so der ZdK-Vorsitzende. Das Treffen werde zeigen, inwiefern die Lehre der Kirche in Stein gemeißelt sei oder weiterentwickelt werden könne. "Diese vier Wochen sind vielleicht schicksalhaft für das Pontifikat von Papst Franziskus."

Linktipp: Familiensynode

Theorie trifft Praxis: Über zwei Jahre beraten Bischöfe und Laien im Vatikan über die "pastoralen Herausforderungen der Familie". Das ist ein höchst brisantes Thema, bei dem die Vorstellungen der Kirche und die Lebenspraxis ihrer Gläubigen zunehmend auseinanderdriften.

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Das ZdK vertritt die 24 Millionen Laien in der katholischen Kirche in Deutschland. Mitte Mai hatte das Gremium kirchliche Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare gefordert und sich damit den Unmut der Bischofskonferenz zugezogen. Glück rechnet nicht damit, dass sich in dieser Frage etwas bewegt: "So wie die Dinge sich darstellen in der Einstellung zur Homosexualität, sind von der Bischofssynode keine neuen Akzente zu erwarten, die über das hinausgehen, was gegenwärtig im Weltkatechismus steht."

Der ehemalige CSU-Politiker Glück leitet seit 2009 das ZdK. Der 75-jährige Oberbayer will sein Amt im November abgeben. Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest. (gho/dpa)

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