Sieben Jahre Gefängnis für Ettaler Benediktiner

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen muss ein früherer Ettaler Benediktinerpater für sieben Jahre ins Gefängnis. 2015 waren weitere schwerwiegende Vergehen bekannt geworden.

Missbrauch | München - 10.08.2016

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen muss ein früherer Ettaler Benediktinerpater für sieben Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht München II verurteilte den einstigen 46-jährigen Internatspräfekten am Mittwoch nach einem umfassenden Geständnis.

Demnach hatte sich der Mann in den Jahren 2004 und 2005 an einem 1991 geborenen Schüler mehrfach und teils schwer vergangen. Seit Ende April saß G., der vor gut einem Jahr aus dem Orden ausgeschlossen worden war und sein Priesteramt nicht mehr ausüben darf, in Untersuchungshaft. Der einstige Mönch war bereits im März 2015 wegen Missbrauchs zu einer Bewährungsstafe von einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der erneute Prozess war angesetzt worden, nachdem der betroffene Schüler in der Verhandlung 2015 weitreichendere Vorwürfe gegen G. erhoben hatte als bei seiner ersten Vernehmung 2010. Der heute 25-Jährige hatte dies damit begründet, dass er sich damals auf seine Abiturprüfung habe vorbereiten und keine weiteren Aufregungen habe auslösen wollen.

Nach der Verurteilung ihres ehemaligen Mitglieds wegen Kindesmissbrauchs hat die Benediktinerabtei Ettal einmal mehr von "großem Entsetzen und menschlicher Enttäuschung" über die Taten gesprochen. Auch nach Ende des zweiten Prozesses werde bei allen Opfern und in der Abtei "eine große und tiefe Verbitterung bleiben", erklärte Abt Barnabas Bögle. "Über zehn Jahre sind wir vorsätzlich vom ehemaligen Pater G. belogen worden." Der Ettaler Abt verwies darüber hinaus darauf, dass nach dem Aufkommen des Missbrauchsverdachts im Jahr 2010 im Gymnasium und in dem angeschlossenen Internat ein umfangreicher Aufarbeitungsprozess eingeleitet worden sei. Das dortige Präventionskonzept werde kontinuierlich weiterentwickelt, hieß es. (stz/KNA)

10.08., 18:38 Uhr: Erster Satz mit Reaktion der Benediktinerabtei geändert wegen Missverständlichkeit

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