"Sinnloser Akt der Gewalt"

Mit Erschütterung und Anteilnahme haben katholische Bischöfe in den USA auf die Bombenexplosionen beim Boston Marathon reagiert. In einer am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Botschaft nannte Bostons Kardinal Sean O'Malley den Anschlag einen "sinnlosen Akt der Gewalt".

Anschlag | Bonn/Boston - 16.04.2013

Mit Erschütterung und Anteilnahme haben katholische Bischöfe in den USA auf die Bombenexplosionen beim Boston Marathon reagiert. In einer am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Botschaft nannte Bostons Kardinal Sean O'Malley den Anschlag einen "sinnlosen Akt der Gewalt".

Zugleich unterstrich O'Malley die Verbundenheit mit Vertretern anderer Kirchen und Religionen "im Bekenntnis für die größere Macht des Guten in unserer Gesellschaft".

Beim Boston Marathon waren am Montagnachmittag nahe dem Zieleinlauf zwei Sprengsätze in kurzem zeitlichem Abstand detoniert. Drei Menschen starben, die Zahl der Verletzten wird mit 140 angegeben.

Mindestens 17 von ihnen sollen sich nach US-Medienberichten in kritischem Zustand befinden. US-Vizepräsident Joe Biden sprach kurz nach dem Unglück von einem Anschlag. Über Urheber und Motive ist noch nichts bekannt.

Der Regierung des Bundesstaats Massachusetts und der Stadt Boston sowie der Polizeiführung sprach Kardinal O'Malley sein Vertrauen beim Schutz der öffentlichen Sicherheit aus. Der Kirchenmann war am Montagabend von einer Pilgerreise aus Israel zurückgekehrt. Am Samstag war der Kardinal von Papst Franziskus in eine Kardinalskommission zur Kurienreform berufen worden.

Kardinal Sean O’Malley ist seit 2003 Erzbischof von Boston.
Kardinal Sean O’Malley ist seit 2003 Erzbischof von Boston.
 picture alliance / landov

Andere katholische Würdenträger aus den Vereinigten Staaten äußerten sich über den Kurznachrichtendienst Twitter. Der Bischof von Dallas, Kevin Farrell (@Bishop_Farrell) rief die Menschen seiner Diözese zum gemeinsamen Gebet für die Opfer auf.

Ähnliche Einladungen twitterten auch der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan ( @CardinalDolan ), John Wester ( @BishopWester ), der Oberhirte der Diözese Salt Lake City, sowie der ehemalige Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony ( @CardinalMahony ).

Weltweilte Betroffenheit

Aus Deutschland twitterte neben dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ( @BischofSchick ) auch der Essener Bischof, Franz-Josef Overbeck. "Wir Christen brauchen das Gebet und den gemeinsamen Gottesdienst. Und zwar immer wieder, wie jetzt für die Opfer beim Marathon in Boston", schrieb er unter @bischofoverbeck .

Gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur verurteilte Schick Gewalt und Terror vehement. Je nach Ermittlungsergebnis müsse nach den Explosionen in Boston von einer schlimmen Rückkehr des Terrors in die Vereinigten Staaten ausgegangen werden, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche am Dienstag.

Niemand habe das Recht, seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Wer sich bei Mord und Terror auf Gott berufe, missbrauche seine Religion. "Gott will keinen Terror, keine Kriege und keine Gewalt", so Schick, der selbst regelmäßig zum Joggen geht.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter äußern Menschen aus vielen Teilen der Welt ihre Betroffenheit. Bereits kurze Zeit nach den Explosionen etablierte sich der Twitter-Hashtag #prayforboston (Deutsch: Beten für Boston), mit dem die Twitterer rund um den Globus ihre Nachrichten versehen, um so ihre Anteilnahme auszudrücken.

Franziskus telegrafiert nach Boston

Papst Franziskus hat seinen Schmerz über die "sinnlose Tragödie" in Boston geäußert und versichert, für die Opfer zu beten. Der Papst sei zutiefst betroffen über den Verlust von Menschenleben und die schweren Verletzungen durch den Gewaltakt beim Boston-Marathon, heißt es in einem Telegramm an Kardinal Sean O'Malley, den Erzbischof der US-Metropole.

Zugleich appellierte der Papst in dem von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterzeichneten Telegramm vom Dienstag an die Bevölkerung Bostons, das Böse nicht mit Bösem, sondern mit vereinten Kräften mit Gutem zu bekämpfen. Gemeinsam sollten sie am Aufbau einer gerechteren, freieren und sichereren Gesellschaft für künftige Generationen mitarbeiten. (meu/KNA)

Gebet für die Opfer

Ewiger Gott, wir beten für die Menschen in Boston, die Opfer des Bomben-Anschlags geworden sind; ganz besonders für jene, die dabei ums Leben kamen. Sei den Betroffenen und ihren Angehörigen nahe und gib ihnen Raum zur Trauer und Kraft. Gütiger Gott, der tragische Ausgang des Boston-Marathons erinnert uns daran, dass das Böse existiert und das Leben zerbrechlich ist. Als Gläubige bekennen wir uns jedoch dazu, dass die Macht des Guten größer ist. Wir wissen uns verbunden mit Angehörigen anderer Kirchen und Religionen, die der Opfer gedenken und dafür beten, dass nicht Hass und Gewalt, sondern Frieden die Welt regiert. Amen.

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