Siziliens Bischöfe gehen auf Wiederverheiratete zu

Die Diskussion um wiederverheiratete Geschiedene konzentriert sich meist auf den Kommunionempfang. Siziliens Bischöfe haben den Blick nun noch einmal geweitet.

Sakramente | Rom - 16.06.2017

Die sizilianischen Bischöfe wollen wiederverheirateten Geschiedenen in Einzelfällen neben dem Kommunionempfang auch die formelle Vergebung im Bußsakrament ermöglichen. Das geht aus einer jetzt im Internet veröffentlichten Handreichung der regionalen Bischofskonferenz zum Papstschreiben "Amoris laetitia" hervor. Die Oberhirten gehen damit einen Schritt weiter als andere Ortskirchen. Papst Franziskus hatte in seinem im April 2016 veröffentlichten Dokument verlangt, auch solche Personen, die "in einer objektiven Situation der Sünde" lebten, sollten unter bestimmten Voraussetzungen "auch die Hilfe der Sakramente" erhalten können.

Die Sizilianische Bischofskonferenz legt dies so aus, dass es in einigen Fällen nach Prüfung durch den Beichtvater und "mit Rücksicht auf das Wohl des Beichtenden" möglich sei, einer wiederverheirateten geschiedenen Person die Absolution zu spenden und sie zur Eucharistie zuzulassen, "auch wenn der Beichtvater weiß, dass es sich für die Kirche um eine objektiv ungeordnete Situation handelt".

Bischöfe: Geht nicht um "abstrakte Perfektion"

Voraussetzung sei die Verpflichtung des Betreffenden, "menschlich und geistlich einen neuen Weg einzuschlagen, in der aktuellen objektiven Situation, in der sich die Person befindet". Es gehe nicht um "abstrakte Perfektion". Unter bestimmten Umständen müsse jede Norm "auf ihr eigentliches Ziel zurückgeführt werden, welches das Heil der Seelen ist", so die Bischöfe. Keineswegs dürfe man es hingegen als ein Recht annehmen, "in jedem Fall zu den Sakramenten der Kirche hinzuzutreten".

Wer als wiederverheirateter Geschiedener eine "objektive Sünde" so darstelle, "als sei sie Teil des christlichen Ideals", müsse "erneut der Verkündigung des Evangeliums und der Einladung zur Umkehr Gehör schenken", zitieren die Bischöfe aus dem Papstschreiben. Die Formulierungen in "Amoris laetitia" eröffneten "vorsichtig eine Möglichkeit des Zugangs zu den Sakramenten"; dies sei "keine kirchenrechtliche Norm, sondern mögliches Ergebnis eines Weges, Frucht der Unterscheidung und des persönlichen und pastoralen Reifens". (KNA)

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Im Herbst 2014 und 2015 haben sich zwei Bischofssynoden im Vatikan mit Ehe und Familie beschäftigt. Im April 2016 erschien dazu das päpstliche Dokument "Amoris laetitia". Seither wird in der Weltkirche darüber energisch diskutiert.

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