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Steinbach nach Tweet heftig kritisiert

Unionspolitikerin Erika Steinbach sieht sich nach einem Tweet vom Samstag scharfer Kritik ausgesetzt. Twitter-User werfen ihr Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vor. Auch der Kölner Kardinal Woelki fand deutliche Worte zu Steinbachs Posting.

Social Media | Bonn - 27.02.2016

CDU-Politikerin Erika Steinbach sorgt mit einem provokanten Tweet für Aufsehen. Etliche Twitter-User warfen der menschenrechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag Fremdenfeindlichkeit vor. Auch Kölns Kardinal Woelki reagierte mit scharfer Kritik.

Am Samstag setzte Steinbach kommentarlos einen Tweet mit einem Bild ab, dessen Inhalt von Beobachtern als fremdenfeindlich gewertet wurde. Darauf zu sehen ist ein blondes Kind, das von einer Gruppe offenbar indischer Personen neugierig bestaunt wird. Das Bild trägt zudem die Aufschrift "Deutschland 2030 – Woher kommst du denn?". Zahlreiche Nutzer warfen ihr daraufhin rassistische Motive vor. Bis zum Samstagabend klickten über 400 Personen außerdem auf "Gefällt mir".



Woelki: Schlag ins Gesicht der Flüchtlingshelfer

Auch Kölns Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, reagierte auf das Posting Steinbachs. "Das spaltet und schürt Ängste", sagte er laut Erzbistum Köln am Samstagabend. "Es ist ein Schlag ins Gesicht all der Tausenden von Ehrenamtlichen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren. Und es spricht Steinbachs Amt als menschenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Hohn."

Politiker aller Parteien kritisierten Steinbach für ihren Tweet mit deutlichen Worten. FDP-Politiker Tobias Huch schrieb auf Twitter: "Die Rassistin @SteinbachErika (Twittername Steinbachs; Anm. d. Red.) ist und bleibt eine Schande für die CDU." Auch bei Parteifreunden der ehemaligen Vertriebenenfunktionärin war der Unmut groß: "Liebe @SteinbachErika, da ich nicht schon wieder Schimpfworte benutzen will, sage ich zu Deinem letzten Tweet jetzt nichts", schrieb CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

Steinbach: Kardinal sollte logisch denken

Steinbach reagierte später auf die Kritik Woelkis: "Logisch denken sollte ein Kardinal können." Das Bild stelle keine Menschen dar, sondern die deutsche Zuwanderungspolitik. Einen weiteren Tweet richtete die Politikerin an die "Realitätsverweigerer". Diese könnten sich nicht vorstellen, wie viele Menschen in Deutschland Angst hätten, "dass Einheimische zur Minderheit werden". (kim)

28.02., 09:25 Uhr: Datum korrigiert;
28.02., 09:55 Uhr: Ergänzt um die Reaktion Steinbachs

Linktipp: "Grenzen der Aufnahmefähigkeit"

Erika Steinbach sieht Deutschland nicht als klassisches Einwanderungsland. Die CDU-Politikerin wirbt im Interview mit katholisch.de um Verständnis für die Ängste von Bürgern angesichts von immer mehr Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen.

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