Streit um Kloster: Etappensieg für Erzbistum München

Seit einem Jahr streitet die Kirche mit einer vermeintlichen Ordensanwärterin, die das aufgelöste Kloster Altomünster besetzt. Nun erzielte die Erzdiözese München vor Gericht immerhin einen Teilerfolg.

Justiz | - 12.03.2018

Im Streit um die Räumung des besetzten Klosters Altomünster hat die Erzdiözese München und Freising einen Etappensieg errungen. Das Landgericht München II wies am Montag eine Klage der 39-jährigen Claudia Schwarz ab, die sich damit gegen ihren Auszug wehrte. Schwarz sagt, sie wolle in dem aufgelösten Kloster des Birgitten-Ordens Nonne werden. Das Erzbistum kann nach dem Urteil nun ein Zwangsgeld oder Ersatzhaft beantragen, um die 39-Jährige zum Ausziehen zu zwingen. Ob das Erzbistum von diesen Rechtsmitteln Gebrauch machen will, war zunächst nicht zu erfahren. Schwarz kündigte gegen die Entscheidung Berufung an. Das Gericht habe einen falschen Schluss gezogen, sagte sie.

"Selbst ernannte Ordensanwärterin"

Der Streit zwischen ihr und der katholischen Kirche schwelt schon länger. Erst in der vergangenen Woche hatte sich die deutsche Ordensobernkonferenz vom Vorgehen der gelernten Juristin deutlich distanziert. Der von der "selbst ernannten Ordensanwärterin" eingeschlagene Weg stehe "im Widerspruch zu dem, wie sich ein gelingendes geistliches Leben in einer Ordensgemeinschaft gemeinhin entfalten sollte", heißt es in einer Stellungnahme.

Auch das Erzbistum München und Freising, dem das Kloster seit der Auflösung gehört, sieht Schwarz nicht als Ordensanwärterin. Die Frau bewohne das Kloster unrechtmäßig. Schwarz ihrerseits legt Wert darauf, dass sie das Kloster nicht besetzt hat. Sie sei dort, um Novizin zu werden.

Altomünster war die letzte deutsche Niederlassung des alten Zweigs der Birgitten. Das Kloster wurde Ende des 15. Jahrhunderts gegründet. (gho/dpa)

12.03.2018, 17:00 Uhr: ergänzt um einige Details

Klägerin Claudia Schwarz ist die letzte Bewohnerin des Klosters Altomünster.
 picture alliance / Matthias Balk

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