Stuhl Petri bleibt noch leer

Eine große Überraschung war es nicht: In ihren beiden Wahlgängen am Mittwochvormittag haben die Kardinäle noch keine Entscheidung über den neuen Papst gefällt. Um 11:39 Uhr stieg zum zweiten Mal während des Konklaves schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtininschen Kapelle .

Konklave | Vatikanstadt - 13.03.2013

Eine große Überraschung war es nicht: In ihren beiden Wahlgängen am Mittwochvormittag haben die Kardinäle noch keine Entscheidung über den neuen Papst gefällt. Um 11:39 Uhr stieg zum zweiten Mal während des Konklaves schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtininschen Kapelle .

Beobachtet wurde das von Gläubigen, die sich am Vormittag auf dem Petersplatz versammelt hatten, um den Fortgang der Papstwahl abzuwarten. Drei erfolglose Durchgänge bei der Wahl eines Papstes seien "ganz normal und kein Zeichen irgendeiner Spaltung" unter den Kardinälen, kommentierte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi wenig später.

Im 20. Jahrhundert war lediglich Pius XII. bereits so früh gewählt worden. Gleichzeitig erhöhte Lombardi die Spannung für die kommenden Wahlgänge: "Wir sind in der entscheidenden Phase dieses Monats", sagte er.

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Vatikanexperte Ludwig Ring-Eifel zur Papst-Wahl
 Sarah Schortemeyer

Die Kleidung für den Neuen ist schon da

Nach einem Mittagessen im Gästehaus Santa Marta stimmen die Kardinäle heute ab 16:50 Uhr am Nachmittag noch Zweimal ab. Ist die Wahl erfolgreich, steigt sofort weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle auf. Wählen die Kardinäle heute kein neues Kirchenoberhaupt, werden die Stimmzettel gemeinsam nach dem zweiten Wahlgang verbrannt. Ab etwa 19 Uhr könnte dann erneut schwarzer Rauch aufsteigen.

Die Kleidung für den neuen Papst liegt inzwischen schon im "Zimmer der Tränen" bereit, in das sich der neue Pontifex direkt nach seiner Wahl kurz zurückzieht. Die neuen Papstkleider wurden in drei Größen angefertigt, je nachdem welche Statur der neue Papst haben wird.

Scola und Scherer sind Favoriten

Am Dienstag waren die 115 Papstwähler in der Sixtinischen Kapelle eingeschlossen worden und hatten den ersten Wahlgang absolviert. Derweil sprießen die Gerüchte ins Kraut. Laut der Nachrichtenagentur dpa haben Vatikan-Kenner den Kreis der Favoriten auf vier eingegrenzt, darunter der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der Brasilianer Odilo Pedro Scherer aus Sao Paulo. "Die katholische Kirche wird bis Donnerstag einen neuen Papst haben", kündigte am Dienstag der New Yorker Erzbischof Timothy Dolan an, der selbst als ein Top-Kandidat gehandelt wird. Chancen werden auch dem Kanadier Marc Ouellet zugeschrieben.

Aus Deutschland nehmen insgesamt sechs Kardinäle am Konklave teil: Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, der Kölner Joachim Meisner, die Kardinäle Reinhard Marx aus München und Karl Lehmann aus Mainz, sowie die Kurienkardinäle Paul Josef Cordes und Walter Kasper.

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Benedikt XVI. war nach vier Wahlgängen Papst

Bei der Wahl Benedikt XVI. 2005 waren vier Abstimmungen nötig, bis die Kardinäle zu einer Zweidrittelmehrheit gefunden hatten. Der Nachfolger des zurückgetretenen Papstes muss mindestens 77 Stimmen bekommen. Vatikan-Beobachter rechneten damit, dass die Purpurträger noch in dieser Woche einen der ihren auf den Stuhl Petri heben, um die Weltkirche der 1,2 Milliarden Gläubigen zu leiten. Als Termin für die feierliche Amtseinführung des neuen Papstes wird unter anderem auf den kommenden Dienstag, den Josefstag spekuliert. (mit Material von dpa und KNA)

Von Gabriele Höfling

Der Heilige Geist

Wer wird nach Benedikt XVI. auf dem Stuhl Petri sitzen? 115 Kardinäle entscheiden über den kommenden Pontifex. Katholisch.de erläutert die Hintergründe dieser wichtigen Kirchenversammlung und erklärt zentrale Begriffe.

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