Synode soll diskussionsfreudiger werden

Am Freitag hat der Vatikan Informationen zum Ablauf der Familiensynode vorgestellt. Dabei hat sich einiges im Vergleich zum Vorjahr geändert. So wird es 2015 zum Beispiel keinen Zwischenbericht geben. Dafür soll die Synode aber transparenter werden.

Familiensynode | Bonn/Vatikanstadt - 02.10.2015

Die am Sonntag beginnende Bischofssynode über Ehe und Familie soll diskussionsfreudiger und transparenter werden. Die rund 270 Mitglieder aus aller Welt debattieren diesmal von Anfang an auch in Kleingruppen und nicht nur im Plenum, wie der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, am Freitag im Vatikan sagte.

Neu ist auch, dass nach jeder der drei Sitzungswochen eine Stellungnahme der Kleingruppen veröffentlicht wird. Bislang wurde der Debatte in den Kleingruppen weniger Zeit eingeräumt. Im aktuellen Zeitplan für die Synode sind dreizehn Sitzungsrunden für die Kleingruppen vorgesehen. Zudem werden die Synodenväter achtzehn mal im Plenum zusammen treten.

Wie auch bei der Synoden im vergangenen Jahr werden die auf drei Minuten begrenzten Redebeiträge der einzelnen Teilnehmer nicht im Wortlaut veröffentlicht. Der Papst habe wiederholt gefordert, dass die Synode ein "geschützter Raum" sein müsse, damit der Heilige Geist dort wirken und Die Teilnehmer sich freimütig äußern könnten, so Baldisseri. Diese Regelung war während des Bischofstreffens im vergangenen Herbst von einigen Teilnehmern als zu wenig transparent kritisiert worden.

Drei Synodenwochen, drei Themen

Die Arbeitssitzungen beginnen am Montag mit einer organisatorischen Ansprache von Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri und einer thematischen Einführung vom Generalberichterstatter Kardinal Peter Erdö. Allerdings beschränkt sich diese zunächst nur auf die erste der drei Themengruppen des Grundlagenpapiers. Die Einführung in den zweiten und den dritten Teil erfolgt zu Beginn der zweiten und der dritten Woche. Auf diese Weise soll die Debatte inhaltlich konzentriert werden.

Offen ließ Baldisseri, ob am Ende der dreiwöchigen Bischofssynode sofort ein Ergebnis oder eine Entscheidung des Papstes veröffentlicht wird. Er teilte lediglich mit, dass Franziskus eine neun Mitglieder zählende Kommission zur Erstellung eines Abschlussberichts berufen habe. Diese werde das Dokument nach Beratung und Abstimmung im Plenum Franziskus überreichen. Was dann passiere, "wird der Papst entscheiden", so Baldisseri. "Das wissen wir nicht".

Themenseite: Familiensynode

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 tritt die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" in Rom zusammen. Diese Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zur Synode.

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Während der Synode tagen von Dienstag an insgesamt 13 Kleingruppen mit jeweils rund 20 Teilnehmern. Die Gesprächszirkel sind nach Sprachen geordnet: Vier für Englisch, je drei für Spanisch und Französisch, zwei für Italienisch und eine für Deutsch. Mit 107 Vertretern stellt Europa den größten Anteil an den Synodenvätern. Daneben werden 54 Teilnehmer aus afrikanischen Staaten, 64 aus Amerika, 36 aus Asien und 9 aus Ozeanien erwartet. Unter den Synodenvätern finden sich auch 15 Nichtbischöfe.

Vom 5. bis zum 25. Oktober werden die Synodenväter fast jeden Tag bis in den Abend beraten: Neben den beiden Sonntagen sind nur in der letzten Woche zwei freie Tage vorgesehen, an denen eine Kommission das Abschlussdokument erarbeiten soll. Diese neun Mitglieder umfassende, vom Papst berufene Redaktionsgruppe soll die Synodenarbeit in ihren drei Etappen begleiten und zum Ende den Schlussbericht erstellen.

Kein Zwischenbericht während der Synode

Einen Zwischenbericht, wie er im Oktober 2014 für großes Ausehen sorgte, gibt es diesmal nicht; auch ist keine eigenen Botschaft der Synode an die Welt vorgesehen. Dem Redaktionsgremium gehören neben Erdö und dem Synoden-Sondersekretär Erzbischof Bruno Forte Bischöfe aus allen Kontinenten an. Unter ihnen sind der Washingtoner Kardinal Donald Wuerl, der Rektor der Katholischen Universität Argentiniens und Papstvertraute Bischof Victor Manuel Fernandez und Jesuitengeneral Adolfo Nicolas.

1997 ernannte Papst Johannes Paul II. die Heilige Therese von Lisieux (*1873, +1897) zur Kirchenlehrerin.
1997 ernannte Papst Johannes Paul II. die Heilige Therese von Lisieux (*1873, +1897) als 33. Persönlichkeit überhaupt zur Kirchenlehrerin. Ein wahrhaft sensationeller Vorgang: Die Ordensfrau aus der Normandie hatte nie Theologie studiert.
 KNA

Gebet zur Begleitung der Synode

Neben der intensiven Textarbeit wartet auch ein spirituelles Programm auf die Synodenteilnehmer. Einen Höhepunkt soll die Heiligsprechungsfeier am 18. Oktober darstellen. Dann werden neben anderen die Eltern der heiligen Therese von Lisieux heiliggesprochen. Reliquien der beiden sind während der Synode in der Basilika Maria Maggiore ausgestellt, wie der Vatikan mitteilte. Die Gläubigen seien eingeladen sich dort am täglichen Rosenkranzgebet für die Arbeit der Synode zu beteiligen. In der Kapelle der Synodenväter in der Nähe der Aula sollen während der Beratungen ebenfalls Reliquien der Therese von Lisieux und ihrer Eltern ruhen. (kim/KNA)

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