Theologe: Bald "Durchbruch" für gemeinsames Abendmahl

Wolfgang Huber, früherer EKD-Ratsvorsitzender, glaubt, dass sich bei der Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken etwas bewegen wird. Papst Franziskus werde dafür besonders vorgehen.

Ökumene | Bremen - 12.08.2017

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, glaubt an einen "Durchbruch" beim gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken bis zum Ökumenischen Kirchentag 2021. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir diesen Kirchentag begehen werden, ohne dass im Bereich der eucharistischen Gastbereitschaft ein Durchbruch erzielt worden ist oder bei diesem Anlass erzielt wird", sagte der ehemalige Berliner Bischof im Interview des "Weser-Kuriers" (Samstag). Bis zu dem Ereignis in Frankfurt am Main 2021 müsse sich etwas bewegen.

"Machtwort des Papstes" weniger erfolgversprechend

Nach Hubers Einschätzung werden die nächsten Schritte in Sachen Eucharistie und Abendmahl "dezentral" passieren. "Mein Gefühl ist, dass Papst Franziskus die Spielräume einzelner Bischofskonferenzen für ökumenisch relevante Entscheidungen erweitern möchte und diesen Weg für erfolgversprechender ansieht als einen zentralen Weg für die ganze Weltkirche und einen Durchbruch durch ein Machtwort des Papstes", so Huber.

Der frühere Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wurde am Samstag 75 Jahre alt. Berlins Erzbischof Heiner Koch gratulierte ihm mit einem Glückwunschschreiben: Koch dankte ihm insbesondere für die "starken Akzente", die er sowohl in der evangelischen Kirche wie in der Ökumene gesetzt habe. Er würdigte Huber als "starke Integrationsfigur" und erinnerte daran, dass die Fusion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz 2004 in seine Amtszeit fiel. 

Huber wurde am 12. August 1942 in Straßburg geboren. Von 1994 bis 2009 war er Berliner Bischof und von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zuvor war er selbst Kirchentagspräsident. Nach eigenen Worten war es aber für ihn selbstverständlich, aus dem Amt vor seiner Bischofswahl auszuscheiden. "Denn für mich ist die Kirchentagsbewegung davon geprägt, dass sie eine Laienbewegung ist, die mit der verfassten Kirche kooperiert - aber auf der Basis wechselseitiger Freiheit", erklärte er. Beim Kirchentag in diesem Jahr in Berlin und Wittenberg habe man das Gefühl von einer gemeinsamen Veranstaltung bekommen. "Vom alten Gegenüber von Kirche und Kirchentag war nach außen nichts mehr erkennbar." Er wünsche sich jedoch etwas mehr Reibung. "Denn Reibung erzeugt Feuer", so Huber. (jhe/KNA)

RSS-Feeds  |  Impressum  |  Über uns  |  Datenschutz  |  © 2017