Umfrage: Weniger Bibeln in deutschen Hotelzimmern

Noch gehört sie in vielen Hotelzimmern zur festen Ausstattung: die Bibel in der Nachttischschublade neben dem Bett. Doch diese Tradition gerät in Deutschland laut einer Umfrage immer mehr unter Druck.

Bibel | Wetzlar - 12.07.2018

Viele Hotels in Deutschland legen in ihren Zimmern keine Bibeln mehr aus. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der evangelischen Nachrichtenagentur "idea" unter Hotelbetreibern. So werde die Heilige Schrift in den seit 2015 neu eröffneten Hotels der "Deutsche Hospitality"-Gruppe in der Regel nicht mehr ausgelegt. In älteren Häusern der Gruppe, zu der unter anderem die "Steigenberger"-Hotels gehören, sei die Bibel laut einer Sprecherin der Gruppe aber noch vorrätig.

Auch in den Häusern der "NH Hotel Group" gibt es auf den Zimmern "keine Bibeln oder andere religiös-weltanschauliche oder lebensberatende Bücher", sagte eine Sprecherin. Sie würden den Gästen "aber gerne je nach Bedarf zur Verfügung gestellt". Anders sieht es nach Angaben der Nachrichtenagentur bei den "Maritim"-Hotels aus: Dort befindet sich nach Angaben einer Sprecherin in jedem Zimmer eine Bibel in der Nachttischschublade. Das Unternehmen pflege auf diese Weise "eine sehr alte Tradition".

Gideonbund: 2017 rund 30.000 Bibeln für deutsche Hotels

Die Ergebnisse der "idea"-Umfrage decken sich mit den Erfahrungen des Internationalen Gideonbundes. Die Vereinigung, die Hotels weltweit kostenlos Bibeln zur Verfügung stellt, macht nach Aussage eines Referenten mit Hotelketten sehr unterschiedliche Erfahrungen. So stehe die US-amerikanische "Marriott"-Gruppe dem Auslegen der Heiligen Schrift "sehr wohlwollend" gegenüber. Grundsätzlich ablehnend verhalte sich dagegen die "Accor"-Gruppe aus Frankreich mit ihren Hotelketten "Sofitel", "Mercure", "Ibis" und "Novotel".

Nach eigenen Angaben hat der evangelikale Gideonbund im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt rund 30.000 Bibeln an Hotels ausgegeben. Vor zehn Jahren seien es noch etwa 40.000 Exemplare gewesen. Der Gideonbund wurde 1899 in den USA gegründet. Er hat heute weltweit rund 280.000 Mitglieder, davon etwa 4.800 in Deutschland. (stz)

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