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Vatikanische Kricketspieler auf Tour

Seminaristen in Rom spielen nicht nur Fußball, sondern auch Kricket. Das vatikanische Team ist zu einem interreligiösen Turnier nach Portugal aufgebrochen. Dort soll auch Maria helfen.

Sport | Vatikanstadt - 19.04.2017

Die "vatikanische" Kricket-Mannschaft ist in interreligiöser Mission unterwegs: Der "St. Peter's Cricket Club" ist seit Mittwoch in Portugal, teilte das aus Seminaristen und Priestern bestehende Team auf Facebook mit. Zunächst wollte sich die Mannschaft in Fatima unter den Schutz der Gottesmutter Maria stellen, bevor dann drei Spiele gegen Teams aus England, Portugal und Spanien folgen. Untergebracht sind die Sportler in Miranda do Corvo nahe der Universitätsstadt Coimbra.

Die Kricket-Mannschaft wurde 2013 unter dem Dach des Päpstlichen Kulturrats gegründet. Um Brücken zu anderen christlichen Kirchen und Religionen zu bauen, machen die Männer jedes Jahr eine "Light of Faith"-Tour in ein anderes Land. 2016 kam es in England neben Begegnungen mit hohen anglikanischen Würdenträgern sogar zu einem Shake-Hands mit Queen Elizabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip.

Das aus Großbritannien stammende Spiel Kricket ist vor allem in den Ländern des Commonwealth beliebt – in manchen ist es sogar Nationalsport. In den Teilen der Welt, in denen es eine Randsportart ist, ist zumindest das Kuriosum bekannt, dass es in diesem Spiel offizielle Mittags- und Teepausen gibt.

Baseball und – als stark vereinfachte Variante – Brennball sind mit dem Kricket verwandt. Jede Mannschaft besteht aus 11 Spielern und man spielt auf einem runden Spielfeld. Punkten kann während eines Innings (es gibt pro Mannschaft ein oder zwei Innings) nur die Schlagmannschaft mit zwei Schlagmännern (Batsmen), während das andere Team, die Feldmannschaft, in voller Besetzung versucht, dies zu verhindern.

Das Gebet kommt vor den Sport

Der "St. Peter's Cricket Club" besteht hauptsächlich aus Männer aus Indien und Sri Lanka, aber auch aus Pakistan, England und Irland. Es sind Kleriker und Priesterseminaristen, die in Rom studieren und einen der nur drei Kricketplätze der italienischen Hauptstadt nutzen können. Der Inder Jose Mathew ist einer der besten Bowler (Werfer) des Teams und sprach vor seiner Abreise mit Radio Vatikan: "Zur Vorbereitung haben wir trainiert und gegen andere Colleges in Rom gespielt". Die meisten Spieler seien zwischen 25 und 28 Jahre jung und fit und damit stark im Außenfeld.

Bereits 2014 stellte der Sender SkySports den St. Peter's Cricket Club vor

Er wisse nicht, auf welchem Niveau die Mannschaften des Turniers in Portugal spielen werden, so Mathews. "Ich habe noch nie davon gehört, dass in Portugal Kricket gespielt wird, ich kannte bislang nur portugiesischen Fußball aus dem Fernsehen."

Wichtig sei der Mannschaft neben dem sportlichen Aspekt auch der religiöse: "Wir sind keine Kricketspieler, die Seminaristen sind, sondern Seminaristen, die Kricket spielen," so Mathews. Das Gebet komme vor dem Sport. Er habe nie zu hoffen gewagt, dass er je den Wallfahrtsort Fatima besuchen werde. Er freue sich, dass er zum 100-Jahr-Jubiläum – und noch vor dem Besuch von Papst Franziskus – der Muttergottes begegnen könne, so der Seminarist.

Von Agathe Lukassek

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