Verfahren gegen Kita eingestellt

Weil es gravierende sexuelle Übergriffe und Gewalt unter Kindern gegeben haben soll, wurde 2015 eine Mainzer Kita geschlossen und das Personal gefeuert. Nun ist klar: Für die Vorwürfe gibt es keine Beweise.

Bistum Mainz | Mainz - 03.06.2016

Die Staatsanwaltschaft Mainz hat das Ermittlungsverfahren gegen sechs Erzieherinnen und einen Erzieher der katholischen Kita "Maria Königin" in Mainz-Weisenau eingestellt. Es habe sich keine Bestätigung für den Verdacht ergeben, dass es in der Kita zu sexuellen Übergriffen unter Kindern gekommen sei, teilte die Behörde am Freitag mit.

Das Bistum Mainz zeigte sich erleichtert. "Wir sind froh, dass sich die schlimmsten im vergangenen Sommer geäußerten Vorwürfe nicht bestätigt haben", sagte Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann. Die wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe unter Kindern im Juni 2015 vom Bistum geschlossene katholische Kindertagesstätte soll mit neuem Personal im Oktober wieder öffnen.

Unbewusst suggestiv beeinflusste Fragen

Die Staatsanwaltschaft betonte, in den vergangenen Monaten seien 91 Personen vernommen worden, darunter Eltern, Erzieherinnen und Kinder. Dabei seien keine Beweise dafür gefunden worden, dass es tatsächlich zu den berichteten gravierenden sexuellen und gewalttätigen Verhaltensweisen zwischen den Kindern gekommen sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die erhobenen Vorwürfe letztlich "auf unbewusst suggestiv beeinflussten Befragungen von Kindern durch ihre Eltern und dem interpretierenden Austausch von dabei gewonnenen Informationen zwischen Eltern beruhen", so die Staatsanwaltschaft.

Gleichzeitig hätten die Ermittlungen ergeben, dass es in der Kita unter den Kindern zu Schlägen, Schubsen und Beleidigungen kam. Bei "alterstypischen kindlichen Verhaltensweisen" hätten sich Kinder freiwillig ausgezogen oder es sei ihnen die Hose von einem anderen Kind heruntergezogen worden. Anhaltspunkte für Gewalt oder Zwang hätten sich hier aber nicht ergeben, so die Behörde. (KNA)

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