Verfahren gegen Würzburger Priester eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits eine Verjährung festgestellt. Nun hat auch der Missbrauchsbeauftragte der Diözese dem Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann seine Ergebnisse mitgeteilt.

Missbrauch | Würzburg - 23.02.2017

Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg, Klaus Laubenthal, hat das Verfahren gegen einen Priester der Diözese wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eingestellt. Das habe Laubenthal dem Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann in einem Schreiben mitgeteilt, wie die Diözese am Donnerstag bekanntgab. Die Prüfung des Falles habe ergeben, dass es derzeit keine ausreichenden Anhaltspunkte gebe, dass "ein weiterer Vorwurf des sexuellen Missbrauchs oder einer Übergriffigkeit plausibel erhoben wird". Der Missbrauchsbeauftragte sehe auf Basis der entsprechenden Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz keinen Ansatz für weitere Ermittlungen gegen den Priester.

Bereits vor zwei Jahren war ein erster Vorwurf gegen den Priester mit einer kirchenrechtlichen Voruntersuchung geprüft worden. Diese hatte zum Ergebnis, "dass der Vorwurf eines sexuellen Missbrauchs" begründet nicht aufrechterhalten werden könne, so das Bistum. Die vatikanische Glaubenskongregation hatte nach umfassender Prüfung dieses Ergebnisses mitgeteilt, dass das Verfahren einzustellen sei. Auch die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren vergangenes Jahr wegen prozessualer Verfolgungsverjährung eingestellt. Für die Diözese Würzburg bedeuteten beide Ergebnisse, dass gegen den Ruhestandspriester keinerlei Vorwürfe aufrechterhalten werden könnten. Damit sei keine Grundlage gegeben, den Priester in seinen Tätigkeiten einzuschränken, so das Bistum.

Im Rahmen des kirchenrechtlichen Verfahrens durch den Missbrauchsbeauftragten wurden nach Angaben der Diözese im vergangenen Jahr auch zwei aussagepsychologische Gutachten eingeholt. Das erste Gutachten eines Münchner Wissenschaftlers sei zu dem Ergebnis gekommen, dass ein reeller sexueller Übergriff durch den Geistlichen aussagepsychologisch nicht belegt werden könne. Ein durch einen Aussagepsychologen der Berliner Charité erstelltes weiteres Gutachten habe ergeben, dass die erhobene Anschuldigung gegen den Priester durch eine Frau "inhaltliche Widersprüche" aufweise. Weiter komme es zu dem Ergebnis, dass zu keinem Zeitpunkt eine begründete Wahrscheinlichkeit für einen tragfähigen Anfangsverdacht auf einen sexuellen Übergriff durch den Priester bestanden habe. (stz)

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